Kultur nach dem Lockdown: „Die Zukunft wird bunt & aufregend“

Mario Forberg ist einer der kreativen Köpfe des Dresdner Szeneclubs Chemiefabrik. // Foto: PR

Kultur im zweiten Lockdown – wie geht´s weiter? Wir fragen Veranstalter und Künstler, wie sie mit der neuen Lage umgehen.

Alles auf Anfang, die Kulturstätten sind zu, alle Veranstaltungen sind abgesagt, Stille herrscht auf den Bühnen und in den Sälen. Alles auf Anfang? Mitnichten. Die Lage ist eine andere als im kompletten Lockdown im März und April. Wir fragen Mario Forberg von der Chemiefabrik, einem beliebten Szeneclub in der Dresdner Neustadt, nach dem Umgang mit dem Stillstand – und natürlich nach der Zukunft.

Herr Forberg, was ist in diesem Lockdown anders als im Frühjahr?

Es ist ein Teillockdown. Es ist Herbst und ich habe immer noch „Berufsverbot“. Wir haben gelernt, mit der Situation umzugehen. Ich empfinde die Grundsicherung in Form des ALG 2 als einzige Quelle des Einkommens für Selbstständige und deren Familien aus den betreffenden Branchen mittlerweile als ein Schlag ins Gesicht und durchaus unverschämt.

Was macht Ihnen überhaupt noch Hoffnung?

Meine Kinder, meine Familie und die Freunde da draußen. Die tägliche Hoffnung, dass nach all den Monaten dann endlich doch einmal Hilfen in Form der Hilfsprogrammen für die Veranstalterbranche an den Start gebracht werden.

Inwieweit helfen die 75 Prozent vom Staat, wenn man sie denn bekommt?

Wenn sie kommt und für jeden aus den betroffenen Branchen: ja, dann ist dies die für mich erste reale Hilfe. Aber wir dürfen uns nicht blenden lassen, diese Hilfe ist für den November 2020. Veranstaltungen wie wir sie kennen sind vorerst nicht in Sichtweite.

Wie nutzt die Chemiefabrik die freie Zeit?

Es wird an vielen kleinen Ideen und Projekten gefeilt, um viele Möglichkeiten zu haben, auf verschiedene Situationen mit Hygienekonzepten zu reagieren. Weiterhin nutzen wir die Zeit, um bautechnische Maßnahmen durchzuführen, zum Beispiel ist der komplette Toilettentrakt im barrierefreien Umbau. Und ganz klar: die frei gewordene Zeit verbringe ich mit meiner Familie.

Was erhoffen Sie sich von 2021?

Dass meine Familie und Ihr alle da draußen gesund seid. Dass wir das Ganze wirtschaftlich überlebt haben. Dass wir unserer Arbeit wieder nachgehen können. Und natürlich: dass sich diese „Hygienedemos“ ins Nichts verabschieden. Empathie als neuen Impfstoff. Dass Seenotrettung und Menschen helfen kein Vergehen mehr darstellt.

GESPRÄCH: TOM VÖRÖS

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