Gold als Geldanlage 2022?

Gold als Geldanlage 2022?
Börse New York // Foto: Angelo Giordano pixabay

Eine der spannendsten Fragen, die Anlage-Experten derzeit umtreibt, ist die nach der künftigen Entwicklung des Goldpreises. Macht das edelste aller Edelmetalle 2022 einen Kurssprung, wie manche erwarten? Strebt es gar neuen, ungeahnten Höchstständen zu?

Corona trieb auch den Goldpreis an

Wird 2022 ein goldenes Jahr oder vielmehr ein Jahr des Goldes? Zuletzt hatten Anleger nicht viel Spaß an Investitionen in Gold. Zwar erreichte das Metall 2020 nach neun Jahren erstmals wieder den Höchststand von knapp 2.000 Dollar pro Unze aus dem Jahr 2011. Verantwortlich dafür war hauptsächlich Corona und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Verwerfungen. Gold als sprichwörtlich „sicherer Hafen“ kletterte bis August 2020 auf 2.071 Dollar. Aber seither ging es – bestenfalls – seitwärts weiter, unterm Strich sogar nach unten. Ende November 2021 lag der Preis bei knapp über 1.800 Dollar.

Entwicklung der Inflationsrate

In welche Richtung es 2022 geht, wird auch von der Entwicklung der Inflation beeinflusst. Darauf weisen unter anderem Anlage-Experten des Finanzdienstleisters tecis hin. Bleibt sie anhaltend hoch, würde das den Goldpreis beflügeln. Im Oktober 2021 lag die Inflationsrate bei 4,5 Prozent, Tendenz: steigend. Zwar beteuern Politik und Notenbanken, dies sei nur ein vorübergehender Trend. Doch mancher Experte sieht das anders. Benjamin Louvet, Edelmetall-Fachmann und Fondsmanager bei OFI Asset Management erkennt laut Fachportal „springerprofessional.de“ bereits zahlreiche „Anzeichen für eine Inflation, die länger anhalten könnte“. Bleibt es darüber hinaus bei einem Zinsniveau von null Prozent oder gar darunter, dürfte Gold für viele Anleger immer attraktiver werden und der Preis damit weiter steigen.

In diesem Zusammenhang werden aber auch warnende Stimmen laut. Sie verweisen unter anderem auf eine sich abzeichnende Zinswende in den USA. „In einem Umfeld, wo die Teuerung noch nicht dauerhaft nach oben klettert, aber die US-Zinspolitik in absehbarer Zeit mit einem Anhebungszyklus in Verbindung gebracht wird, stellt Gold nicht gerade das attraktivste Asset dar“, erklärte Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisenbank International, gegenüber der „Wiener Zeitung“ – noch dazu, solange Aktien nach wie vor gute Erträge brächten.

Liegt der Goldpreis in fünf Jahren bei 5.000 Dollar?

Was denn nun? In der Tat wird das Fehlen laufender Erträge wie Dividenden häufig als Nachteil einer Investition in Gold genannt. Mirko Kohlbrecher, Investmentstratege bei der Osnabrücker Spiekermann & Co. AG, rät beispielsweise in seinem Beitrag für das Portal „boerse-express.com“ zur klassischen Dreiteilung des Anlagevermögens: „Aktien sollten den größten Teil des Investments ausmachen, da sie auf lange Sicht die rentabelste Anlageklasse sind. Auch Gold gehört als langfristiger Inflations- und Krisenschutz unbedingt mit ins Depot. Immobilien, beziehungsweise Fonds können das Depot diversifizieren und für einen regelmäßigen Einkommensstrom sorgen.“

Diese Zusammensetzung halten viele Experten für die risikoärmste und zugleich langfristig einträglichste Anlageform. Oder soll man angesichts aktueller Inflationszahlen doch Risiko gehen und stark auf Gold setzen? Es gibt Fachleute, die glauben, dass sich das lohnen könnte. Ronald-Peter Stöferle vom liechtensteinischen Vermögensverwalter Incrementum, erkennt laut „Wiener Zeitung“ im November 2021 „auf Sicht des nächsten Jahres neue Allzeithochs“. Bis zum Ende der 2020er-Jahre erwartet er einen Goldpreis von 4.800 Dollar. Andere Experten sehen die Marke bei bis zu 5.000 Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Goldene Aussichten also? Es kann natürlich auch ganz anders kommen. Und wenn die Erfahrung eines lehrt, dann dies: Gier war noch nie ein weiser Ratgeber.

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