Stricken: Wo heiße Nadeln für warme Füße klappern

Stricken
Andrea, Margit und Rosemarie treffen sich jeden Montag zum gemeinsamen Stricken in der ASB-Begegnungsstätte „Am Friedensstein“ in Cossebaude auf der Dresdner Straße 3.. Foto: Pönisch

Lust auf Stricken? Wolle übrig? Bettschuhe gesucht? Für all das gibt‘s eine Adresse: ASB Begegnungszentrum „Am Friedensstein“.

Montag Vormittag klappern hier die Nadeln. Eine rechts, eine links und möglichst keine fallenlassen. Das Damen-Grüppchen ist gut drauf und legt los. Bettschuhe sollen es werden, möglichst viele. Die werden gebraucht, gerade jetzt, wo es zunehmend kälter wird. Abnehmer finden sich nicht nur in der ASB-Tagespflege auf der Dresdner Str. 45, sondern auch im ASB-Seniorenheim „Am Gorbitzer Hang“ am Leutewitzer Ring. Kalte Füße, das wissen die fleißigen Strickliesel hier alle aus eigener Erfahrung, können sehr unangenehm sein.

Weil Stricken Spaß macht und sinnvoll ist

Schon im Sommer wurde hier auf der Dresdner Straße 3 in Cossebaude die Idee geboren, Bettschuhe für die beiden ASB-Einrichtungen zu stricken. Zuvor waren es Babysöckchen für Neugeborene. Ein ganzer Tisch liegt voll mit den winzigen Fußbekleidungen. Gestrickt aus Wolle, die als Spende im Laufe der Zeit zusammenkam. Und im vergangenen Herbst glühten für „Weihnachten im Schuhkarton“ die Nadeln für Mützen, Schals, Handschuhe und Socken. Jetzt klappern sie also für große Füße.
Die meisten Tricks und Kniffe und Muster kennt Christa. „Ich habe als Kind nach dem Krieg stricken gelernt“, erzählt die rüstige alte Dame. Eine schwere Zeit sei das gewesen, weil es nichts zu kaufen gab. Wer da keine geschickten Hände hatte und selbst nähen, stricken oder häkeln konnte, der trug halt das auf, was da war – ob es gefiel oder passte, war völlig unwichtig.
Christas Mutter war sehr geschickt und Christa lernte schnell. Strickte und häkelte später erst ihre Tochter und dann die Enkel ein. Und zeigt heute den „Jungschen“ in der Runde, wie eine saubere Abschlusskante entsteht, ein paar schicke Armstulpen im gedrehten Muster oder eben ein Bettschuh.


Die „Jungschen“ sind junge Ruheständlerinnen wie Christiane. Seit vier Jahren ist die ehemalige Lehrerin in Rente, kümmert sich im Sommer um Haus und Garten und hat jetzt im Herbst wieder mit dem Stricken angefangen. Während sie zum dritten Mal in der montäglichen Strickrunde im ASB-Begegnungszentrum sitzt, ist Andrea zum ersten Mal dabei. Auch sie hat sehr geschickte Hände, näht viel und will sich hier in der Runde neue Anregungen holen. „Außerdem macht es in Gemeinschaft viel mehr Spaß. Und wir stellen etwas Sinnvolles her.“ Ein Satz, den alle hier unterschreiben.


Begegnungsstätten-Leiterin Ute Fischer freut sich über die Wollkünstlerinnen. Auch über solche, die den Weg in die Begegnungsstätte noch nicht gefunden haben. „Wer Lust hat, mitzumachen, ist jederzeit willkommen“, wirbt sie. Auf Bestellung werden übrigens auch „Auftragswerke“ übernommen: Aus mitgelieferter Wolle und für einen kleinen Obolus stricken die Cossebauder Strickliesel gern Socken, Loops und „Müffchen“.


Willkommen sind natürlich auch Wollspenden, vor allem für die warmen Bettschuhe, die hier fast im Akkord entstehen. „Am 16. November findet hier im Haus ein Bastelflohmarkt statt, da gibt es viele selbstgemachte und sehr kreative Sachen zu kaufen“, sagt Ute Fischer.

Gestrickt wird montags von 10.30 bis 11.30 Uhr, mehr Infos hier

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