Mit „mobiVOTE“ ist kürzlich die dritte digitale Bürgerbeteiligung im Rahmen der Erarbeitung des Dresdner Mobilitätsplans 2035+ gestartet. Teilnehmen können daran nicht nur alle Dresdner, sondern auch Menschen aus dem Umland.
Die Ergebnisse von mobiVOTE bilden eine zentrale Grundlage für die anschließende Beschlussvorlage für den Dresdner Stadtrat. „Deshalb schließt die Beteiligung auch mit der Frage: Wenn Sie Stadträtin wären, würden Sie dem Mobilitätsplan 2035+ und seinen Maßnahmen basierend auf Ihrer persönlichen Bewertung zustimmen?“, erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn. Vorherige Beteiligungen hätten gezeigt: Die Dresdner erwarten eine transparente, inklusive und zukunftsorientierte Mobilitäts- und Stadtentwicklung, sie wollen beim Thema Mobilität mitreden.
So läuft „mobiVOTE“
Das Team des Dresdner Mobilitätsplans 2035+ lädt an drei Nachmittagen (der erste Termin fand bereits am 10. März statt) zum Dialog ins Stadtforum (24./26./31. März, jeweils 16 bis 18 Uhr) ein. Darüber hinaus finden insgesamt 85 mobiVOTE-Workshops für Kinder und Jugendliche ab Klasse 7 in 20 Dresdner Gymnasien, Oberschulen und Berufsschulen im gesamten Stadtgebiet statt.
Online ist die Teilnahme an „mobiVOTE“ am 7. April möglich unter www.dresden.de/mobiVOTE. Die Umfrage dauert etwa 15 Minuten.
Neue Verkehrsplanung
Der Verkehrsentwicklungsplan 2025plus wurde 2014 im Stadtrat beschlossen. Er war die planerische Grundlage für Dresdens Mobilität im vergangenen Jahrzehnt. Heute ist Mobilität vielfältiger: Digitale Anwendungen optimieren Wegeketten, zahlreiche Sharing-Angebote sind etabliert, Busse fahren elektrisch, automatisiertes Fahren sowie Künstliche Intelligenz gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen – wirtschaftlich ebenso wie mit Blick auf Lärmminderung, Verkehrssicherheit, Erreichbarkeit und Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund wird der Verkehrsentwicklungsplan seit 2021 neu aufgestellt – als Dresdner Mobilitätsplan 2035+. Er zeigt, wie sich Stadt, Technik und Mobilitätsbedürfnisse künftig entwickeln können. Im Unterschied zum bisherigen Plan wurde dieses Konzept von Beginn an durch eine umfassende Beteiligung der Stadtgesellschaft mitgestaltet.
14 Leitziele
Zu den 2022 vom Stadtrat beschlossenen 14 Leitzielen für Mobilität gehören unter anderem Erreichbarkeit, Teilhabe, Verkehrssicherheit, Gesundheit und eine stadtverträgliche Verkehrsmittelwahl. „Natürlich wäre es wünschenswert, alle Leitziele vollständig zu erreichen. In einer lebendigen Stadt gilt es jedoch, unterschiedliche Interessen sorgfältig auszubalancieren. Der Mobilitätsplan 2035+ soll diesen Ausgleich ermöglichen – mit 70 Maßnahmen, die rund 80 Prozent der Leitzielerreichung als tragfähigen Kompromiss umsetzen. Das ist ein realistischer und verantwortungsvoller Schritt nach vorn“, sagt Frank Fiedler, Abteilungsleiter Verkehrsentwicklungsplanung. Die 70 Maßnahmen gliedern sich in acht Kategorien – vom Kfz-Verkehr über den Fuß- und Radverkehr bis hin zu Stadtraum, Vernetzung und Steuerung. Sie decken sämtliche relevanten Mobilitätsthemen ab. So hat mehr als die Hälfte der Maßnahmen Bezug zum Berufs- und Wirtschaftsverkehr und rund ein Drittel zum Pendlerverkehr.
Mehr tun für Pendler
Was kann man zum Beispiel tun, um die rund 99.000 Ein- und 59.000 Auspendler – gemeint sind Arbeitnehmer – besser zu unterstützen? Als regionale Maßnahmen könnte sich im neuen Mobilitätsplan zum Beispiel der Bau von mehr Park+Ride-Plätzen am Stadtrand finden. Oder neue S-Bahn-Haltepunkte und dichtere Takte im S-Bahn-Netz. Es sollte über neue Bike+Ride-Radabstellplätze an Bahnhöfen und Haltestellen nachgedacht werden und es sollen vier Radschnellwege gebaut werden.
„mobiVOTE“ online am 7. April www.dresden.de/mobiVOTE