Sondengänger findet bei Wilschdorf 3.300 Jahres altes Ringdepot

Archäologie Ringdepot
Diese zwei Arm- und vier Beinringe sind vermutlich um die 3.300 Jahre alt, stammen aus der Spätbronzezeit. Foto: Landesamt für Archäologie

Ronald Meißner darf in der Erde nach Schätzen suchen. Er ist ein vom Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) zertifizierte Sondengänger. Nun war ihm das Schatzsucherglück holt, denn er fand bei Wilschdorf ein spätbronzezeitliches Ringdepot.

Die sechs gerippten Ringe und das eine Ringfragment stammen vermutlich aus der Zeit um 1300 bis 1100 vor Christus, sind also um die 3.300 Jahre alt. Den Experten zufolge handelt es sich bei zwei Fundstücken um Armringe. Die sind in sich verdreht mit geraden verzierten Enden, die sich überlappen. Die vier anderen Ringe wurden als schräg gerippte, offene Beinringe identifiziert.

Warum die Menschen vor über 3.000 Jahren diese aufwendig gearbeiteten Schmuckstücke mit erheblichem Materialwert in der Erde verborgen haben und welche Bedeutung das hat, darüber wird in der Fachwelt seit langem diskutiert. Vermutet wird, dass es sich um ganz bewusste, rituell definierte Opfergaben – möglicherweise an uns heute unbekannte Gottheiten – handelt. Darauf lassen jedenfalls die zahlreichen vergleichbaren Bronzedepots schließen, die bisher in Mitteleuropa gefunden worden waren.

Sondengänger Ronald Meißner habe sich mit der sofortigen Fundmeldung vorbildlich verhalten, heißt es lobend aus dem Landesamt für Archäologie. Denn statt selbst zu graben, ließ er die Objekte im Boden liegen und informierte die zuständigen Stellen. Sofort sei ein Team von Wissenschaftlern und Grabungstechnikern ausgerückt und habe die fachliche Bergung übernommen. „Nun werden die Ringe gereinigt, registriert und restauriert“, sagt Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik.