Der Uropa spielte Mandoline, der Opa baute Klaviere, sein Vater beherrscht das Piano und die Hammondorgel. Zu Hause im thüringischen Eisenberg waren ein Klavier und eine Gitarre jederzeit spielbereit. Dass Mazze (Matthias) Wiesner 1990 zum sechsten Geburtstag ein hellblaues Mickey-Mouse-Schlagzeug bekam, war eigentlich nur folgerichtig. Der Junge hat Musik im Blut, das war mal klar. Und obwohl er auch Fußball und später Tennis spielte, stand für Mazze spätestens mit zwölf Jahren fest: Ich werde Musiker. Die Initialzündung dafür war ein Konzert 1996 von Peter Maffay am Stausee Hohenfelden – und klar, zur Jugendweihe gab’s dann ein richtiges Schlagzeug der Marke Magnum. Kurz darauf gründete er mit zwei Freunden seine erste Band „Die Sibirischen Wölfe“.
Erst mal was Solides
Abi, Musikstudium, Berufsmusiker? Ganz so geradlinig war der Weg des heute 41-Jährigen dann doch nicht. Obwohl er aus einer musikalischen Handwerkerfamilie kam, hieß es „Mach erst mal was Solides“. Die Abi-Noten waren gut, ein Zahnmedizinstudium schien sinnvoll. „Das habe ich allerdings nur sechs Wochen toll gefunden“, gibt Mazze Wiesner zu. Also sattelte er um auf Grundschulpädagogik mit Schwerpunkt Musik, probierte sich während des Studiums als Lehrer an einer Freien Schule aus. Auch nicht das Wahre. Die Musik hatte längst gewonnen – übrigens ohne Musikschulunterricht oder Gesangsausbildung.
Zehn-Jahre-Feier steht an
Seit 2010 ist der Autodidakt nun Berufsmusiker, seit 2016 mit seiner Mazze-Wieser-Band unterwegs, auch international. Rund 150 Konzerte kommen pro Jahr zusammen. Gespielt und gesungen wird alles, was rockig klingt, am liebsten die Deutschrock-Heros Grönemeyer, Lindenberg, Müller-Westernhagen und Maffay. Mit letzterem stand er voriges Jahr sogar gemeinsam auf der Bühne vorm Mikrofon. „Danach schenkte mir Peter Maffay seine Gitarre.“
Große TV-Bekanntheit erhielt Mazze Wiesner 2021 durch seine Teilnahme an „The Voice of Germany“, da schaffte er es bis in die 2. Battle-Runde.
Längst schreibt und komponiert Wiesner eigene Songs, hat Alben veröffentlicht und ist musikalischer Leiter der Dinnershows „Moments“, die 2017 bis 2019 in Chemnitz liefen und seit 2023 in Dresden stattfinden. Wenn hier Mazze Wiesner, seine Musiker und die stimmgewaltige australische Sängerin Kiki de Ville aufeinandertreffen, dann gibt’s in Mirco Meinels Dinnerzelt kein Halten mehr.
Doch bevor es hier ab 27. November wieder soweit ist, steht für den sympathische Sänger erst einmal das zehnjährige Bandjubiläum an. Das wird ganz groß am 19.9. in Chemnitz gefeiert, wo Wiesner inzwischen lebt und Botschafter des Lukas Stern e.V. ist.
Zuvor stehen Mazze und seine Jungs bei der Dresdner Schlössernacht am 25. Juli am Schweizerhaus auf der Bühne – natürlich mit seinen Deutschroch-Heros und Maffay Gitarre.
16. Dresdner Schlössernacht 25. Juli, ab 18 Uhr