Dresdner Zoo trauert um Löwin Abaja

Als Abaja und ihr Zwillingsbruder Damien 2012 im Dresdner Zoo geboren wurden, war die Überraschung groß. Einerseits wurde zu diesem Zeitpunkt schon fast nicht mehr mit einer erfolgreichen Zucht beim
Löwenpaar Layla und Jago gerechnet, andererseits wurden die beiden Geschwister mit einem dreitägigen
Abstand geboren, was selten vorkommt.

Seitdem war Abaja niemals ernstlich krank und bei Zoobesuchern wie Tierpflegern für ihre frech-verspielte und freundliche Art bekannt und beliebt. Das änderte sich jedoch vor drei Wochen zusehends. Es begann mit Appetitlosigkeit, dann zeigten sich relativ schnell Erschöpfung, Atemnot, Absonderung vom Rudel und Depression. Die umfangreiche Untersuchung in Narkose durch die Zootierärzte erbrachte den starken Verdacht auf eine Herzerkrankung im fortgeschrittenen Stadium. Ähnlich wie auch viele Hauskatzen, könnte Abaja die früheren Stadien der Erkrankung lange Zeit ohne Symptome zu zeigen „versteckt“ haben. „Kommt es zu solchen deutlichen klinischen Zeichen, , können Medikamente meist nur noch wenig helfen, und es besteht die Gefahr schwerwiegender Komplikationen“, weiß Zoo-Kurator Matthias Hendel.

Dennoch sei bei Abaja eine medikamentöse Behandlung begonnen worden in der Hoffnung, dadurch zumindest einen stabilen Zustand zu erreichen. Es zeigte sich aber, dass sich ihr Allgemeinbefinden weiter verschlechterte und die Gabe der Medikamente daher kaum sichergestellt werden konnte.

„Aufgrund der Symptome, der sehr schlechten Prognose sowie der sehr eingeschränkten Möglichkeit der
Behandlung einer Patientin, die jegliches Futter verweigert, haben wir schweren Herzens die Entscheidung
getroffen, sie einzuschläfern. Die pathologische Untersuchung wird uns nun hoffentlich weiteren Aufschluss über die genaue Erkrankungsursache geben“, so der Senior-Kurator. „Abajas schwere Erkrankung kam für uns völlig unerwartet – mit 13 Jahren war die Löwin zudem noch nicht in einem hohen Alter. Der plötzliche Abschied belastet das Zoo-Team daher umso mehr.“

Das Löwenrudel im Dresdner Zoo besteht nun nur noch aus Layla (20 J.) und ihrem Sohn Damien (13 J.). Der wird oft für eine sehr große Löwin gehalten, weil seine Mähne nach seiner Kastration in jungen Jahren zurückgegangen war.

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