Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden öffnet zum Jubiläum seine Depotschränke
Vor etwa 20 Jahren, am 1. Februar 2026,gründeten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden(SKD) das Gerhard Richter Archiv. Seither sammelte es alles über Leben und Werk des heute 93-Jährigen gebürtigen Dresdners.
Anlässlich dieses Jubiläums gewährt die Einrichtung nun einen ganz besonderen Einblick in die Sammlung, präsentiert ausgewählte Werke, Ausstellungsmodelle und Skizzen des Künstlers, kombiniert mit Fotografien und unbekannten Objekten. Die meisten Exponate sind bislang weder ausgestellt noch veröffentlicht worden. Im Vordergrund stehen dabei Kunstwerke, die das Gerhard Richter Archiv als Schenkungen erhalten hat. Dazu zählen das Gemälde „Umgeschlagenes Blatt“ und die beiden je sechsteiligen Editionen „Kanarische Landschaften I“ und „Kanarische Landschaften II“, die erst kürzlich vom Förderverein „Museis Saxonicis Usui – Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e.V.“ für das Archiv erworben wurden.
Richter als Kurator
Am Beispiel von Raummodellen und Planskizzen stellt das Archiv den Künstler erstmals auch als Kurator seiner eigenen Ausstellungen vor. Seit seiner Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden setzt Richter sich intensiv mit der Präsentation seiner Werke im Raum auseinander, zeichnet Konzepte, baut Modelle und bestimmt, wie seine Kunstwerke nicht nur gerahmt, sondern auch installiert werden sollen.

Seltene Objekte
In der Kabinettausstellung zeigen Portraitfotografien u.a. von Anton Corbijn, Angelika Platen und Alice Springs den Maler Richter im Atelier. Zugleich verdeutlicht die Ausstellung anhand von Gebrauchsgegenständen, wie Richters Kunst im Alltag vieler Menschen Einzug gehalten hat – manchmal sogar unbemerkt. So sind zum Beispiel das Porzellanservice Obelisco, der Teppichboden „1024 Farben“ oder diversen Platten und Bücher mit Covergestaltungen Richters zu sehen.
Zu sehen ist aber auch das aktuelle Modell des Dresdner Albertinum mit der von ihm jüngst gestalteten Neupräsentation seiner Räume.
Gerhard Richter wurde am 9. Februar 1932 in Dresden geboren und wuchs in Reichenau und Waltersdorf in der Oberlausitz auf. 1961 verließ er mit seiner Frau die DDR in Richtung BRD.
Heute lebt er in Köln und gilt als einer der bedeutendsten Maler. Seine Werke zählen auf dem Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers. Sein teuerstes Gemälde ist ein Abstraktes Bild von 1986), das im März 2023 bei Sotheby’s London für 29,285 Millionen Dollar (damals rund 27,2 Millionen Euro) verkauft wurde. Das Werk „Domplatz, Mailand“ (1968) erzielte 2013 ebenfalls einen Rekordpreis von 37,1 Millionen Dollar (damals ca. 29 Mio. Euro).
20 Jahre Gerhard Richter Archiv im Albertinum Dresden, 13. Dezember bis 18. Januar 2026 und 7. Februar bis 12. April 2026, Öffnungszeiten: täglich 11-17 Uhr, Montag geschlossen
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