Im Epilepsiezentrum Kleinwachau wurde mit Haus D ein sehr moderner Neubau mit 36 Betten eingeweiht.
„Früher gab es Zäune und Mauern um Kleinwachau. Heute ist das Epilepsiezentrum unser größter lokaler Arbeitgeber.“ Mit diesen zwei Sätzen fasste Raimund Pecherz, Ortsvorsteher von Liegau-Augustusbad, die Geschichte der 1889 eröffneten einstigen „Anstalt für Epileptische“ treffend zusammen. Was vor 137 mit einem Haus für „zwölf anfallskranke Kinder“ begann, ist heute die einzige Fachklinik mit Spezialisierung auf Epilepsien und komplexe Anfallserkrankungen in Mitteldeutschland. Heute umfasst das Epilepsiezentrum neben der Fachklinik unter anderem Wohnangebote, Werkstätten, Inklusionsunternehmen, Förderschule sowie Kindertagesstätten in Radeberg und Pulsnitz.
Haus D: Hochmodern für Patienten und Klinikpersonal
Mit dem Neubau, der am 27. Februar offiziell eröffnet wurde, wird das Epilepsiezentrum wieder ein Stück moderner. Auf rund 2.400 Quadratmetern Nutzfläche bietet „Haus D“ optimale Bedingungen für Diagnostik, Therapie und Pflege. Drei Stationen mit insgesamt 36 Betten sind hier untergebracht – genauso viele, wie es vorher im „Plattenbau“ nebenan gab. Der war ursprünglich für Wohnnutzung gebaut, nie als Station und so wurde er immer und immer wieder umgebaut. Und irgendwann war das Stationsprovisorium derart verschlissen und einer zeitgemäßen Patientenversorgung nicht mehr gewachsen, dass ein Neubau die bessere Alternative war als ein weiterer Umbau. Weil der Freistaat von den rund zehn Millionen Euro Baukosten 5,5 Millionen übernahm und auch sonst alles rund lief in der Vorbereitung, konnten die Baupläne des Architekturbüros Zipp + Pöschel in nur zweieinhalb Jahren umgesetzt werden.


Der 2.400 qm Nutzfläche umfassende Neubau wurde in Form eines abgerundeten Dreiecks direkt neben den Plattenbau gesetzt. Die Architektur ist offen und hell, warmes Licht und freundliche Farben schaffen eine angenehme Atmosphäre. Jede Station verfügt über 715 Quadratmeter Fläche, auf die sich jeweils vier Doppelzimmer und acht Einzelzimmer verteilen. Die Zahl der sogenannten „Rooming-In-Zimmer“, in denen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern untergebracht werden, hat sich verdoppelt. Aber auch die Stationsstützpunkte für das Pflegepersonal wurden deutlich aufgewertet. „Neben den Patienten profitiert vor allem auch unser Klinikpersonal von deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen. Und das nicht nur räumlich. Modernste digitale Beobachtungstechnik unterstützt unser Team dabei, die Patienten engmaschig und zugleich diskret zu betreuen“, erklärt Chefarzt Dr. Thomas Mayer.
Der sanierungsbedürftige Plattenbau aus den 1970er-Jahren wird bis Ende dieses Jahres umfassend modernisiert. Anschließend entsteht dort Raum für weitere therapeutische Angebote, unter anderem für Physio- und Ergotherapie.
Insgesamt werden in den fünf Stationen der Fachklinik unter Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Mayer jährlich rund 1.000 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet behandelt. Die Mauern ud Zäune von einst sind längst hochspezialisierter Medizin, menschlicher Zuwendung und moderner Infrastruktur gewichen.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar