Nicht mehr lange, dann zieht wieder südländisches Flair in den Dresdner Zwinger ein: Im Juni kehren die Bitterorangenbäumchen zurück. In den vergangenen vier Sommern, in denen der Zwingerhof unterirdisch sehr aufwändig saniert wurde, standen die 52 Pomeranzen im Barockgarten Großsedlitz.
Star aus Dresden wird Baum-Pate
Die Rückkehr der Orangenbäume in den Zwinger 2017 wäre ohne die Hilfe von 50 Paten aus ganz Deutschland nicht möglich gewesen. Denn Pflege, Transport und Überwinterung sind nicht nur aufwändig, sondern kosten auch!
Nachdem 2018 alle Patenschaften für die Dauer von fünf Jahren vergeben waren, können nun neue abgeschlossen werden. Pro Baum zahlen Paten 550 Euro, insgesamt also 2.750 Euro. Von den Geld werden die Pflege der Orangen und die Stelle eines Gärtners finanziert.
Die ersten beiden „Neupaten“ stehen bereits fest: Tino Piontek alias Purple Disco Machine übernimmt gemeinsam mit Stefan Kästner von der Bernd Aust Kulturmanagement GmbH die Patenschaft für einen Baum im Dresdner Zwinger.
August der Starke liebte Zitrusbäume
Heute kaum vorstellbar, aber Dresden war einst eine Stadt, in der die Zitronen wuchsen. Und Orangen. Und Pampelmusen. August dem Starken ist zu verdanken, dass der Zwingergarten zwischen 1709 bis 1880 überall in der Welt berühmt war für seine besondere Orangerie. Er besaß mehr als 4.000 Exemplare in über 30 verschiedenen Sorten. Allein 1.159 standen im Zwingerhof in im nahe gelegenen Herzogin Garten, an den anderen erfreute sich der Kurfürst in Großsedlitz und seinem Königssitz in Warschau. Diese Bäume zu besitzen, zeugte im 18. Jahrhundert vor allem von der Größe der Macht ihrer Besitzer, denn schon damals galt die Kultivierung dieser Pflanzen nördlich der Alpen als überaus teuer.
Die erste Skizze zu seiner Orangerie im Zwinger soll August der Starke übrigens selbst angefertigt haben. Ihm schwebte damals eine vierstufige Terrassenanlage im Halbrund zwischen äußerer und innerer Mauer der Dresdner Festungsanlage vor. 1880 verschwanden die sensiblen Pomeranzen aus dem Zwinger, die Dresdner Bürgerschaft soll nicht besonders rücksichtsvoll mit ihnen umgegangen sein.
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