Da ist sie also wieder da, die willkommene „Epidemie“. die alljährlich im Mai Dresden heimsucht und mit dem Begriff „Dixie-Fieber“ nur unzureichend zu beschreiben ist. In Zahlen ausgedrückt: 44 Bands und Solisten aus acht Ländern laden zu 51 Veranstaltungen an 60 Spielorten. Oder kurz gesagt: 270 Stunden Live-Musik überall in der Stadt, die Hälfte davon eintrittsfrei.
Auch die Dresdner Jazzmeile, das kostenfreie Herzstück des Festivals, kann wie geplant mit sieben Bühnen stattfinden. Die Sicherheitssperren, zusätzliche Verkehrszeichen und das Security-Personal an den Zufahrten kosten den Verein in diesem Jahr rund 11.900 Euro, während die Stadt die Absperrmaterialien
kostenfrei bereitstellt. 2025 musste die Jazzmeile aufgrund von Sicherheitsauflagen auf drei Bühnen an
der Prager Straße reduziert werden. Das hat den Festival-Verein mit mehr als 60.000 Euro Mehrkosten belastet.
Zu den renommierten Veranstaltungen zählen neben der Riverboat-Shuffle und den großen Galakonzerten auch die Konzerte im Jazzclub, die Wohnzimmerkonzerte, das Dixie-ABC für die Jüngsten oder die legendäre „Dixietram“.
Vier neue Formate, ein klares Signal an jüngeres Publikum
Aber: Das Festival verjüngt sich. Gleich vier neue Veranstaltungsformate erweitern das Programm. So werden erstmals alle drei Räume der Dresdner Festungsanlage (Kanonenhof, Kasematten, Bärenzwinger) bespielt. Der „Late Night Boogie“ im Tresor (Untergeschoss Löwensaal, Dr. Külz-) ist das exklusivste Format der Festivalgeschichte: 100 Plätze, nicht mehr.
Die „Prohibitionsparty – Circus of Swing“ im Parkhotel Dresden bietet ein Gesamterlebnis aus Live-Jazz, Burlesque, Retro-Dance-Battle und Electroswing inklusive Dresscode der 1920er Jahre. Und die „Diksi Disko“ im Bautzner Tor zielt direkt auf ein jüngeres Publikum, das zwischen Kneipenatmosphäre und Ausnahmezustand sucht: kein Plan, kein Stillstand, keine halben Sachen. Einfach tanzen.
„Das Festival hat sich in den letzten Jahren konsequent verjüngt, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Wir haben junge Bands, die auf international höchstem Niveau spielen, absolut stilsicher im Traditional Jazz sind, eigene Kompositionen mitbringen und dabei einen Entertainmentfaktor haben, der auch ein erfahrenes und kritisches Dresdner Publikum überzeugt. Das ist kein Kompromiss. Das ist die Zukunft dieser Musik“, beschreibt Hendrik Meyer, Pressesprecher des Festivals, die Programmatik. Kronzeugen für diese These sind vor allem die Mama Shakers aus Frankreich, die bei ihrem Festivaldebüt 2024 spontan zum Publikumsliebling der Dresdner wurde.
Eine Absage führt zu einer neuen Chance
Kleiner Wermutstropfen: Ladyva, die Schweizer Boogie-Woogie-Pianistin, hat ihr Engagement aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Dan Popek (2019 Förderpreis des Festivals) übernimmt ihre Konzerte. Er ist dem Dresdner Publikum kein Unbekannter. Er erhielt 2019 den Förderpreis des Festivals, trat damals vor über 3.000 Zuschauern unter anderem in der Freilichtbühne „Junge Garde“ auf und wurde seither international als „Mozart des Boogie Woogie“ gehandelt. Seine Bandbreite reicht von Boogie und Blues bis zur Klassik, sein Entertainmentfaktor ist hoch, sein Virtuosentum unbestritten. Dass er nun drei Auftritte beim 54. Festival übernimmt, darunter das Solokonzert „Im Konzert: Dan Popek“ sowie den „Late Night Boogie“, ist kein Notbehelf. Es ist eine glückliche Fügung.
Tickets online auf www.dixielandfestival-dresden.com,
telefonisch unter 0351 27 18 71 55 (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr)
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen