Die Mieter sind ausgeflogen, jetzt kann die Sanierung weitergehen. Das ist salopp gesagt der aktuelle Stand der Bauarbeiten am Römischen Bad. Denn von Mitte August letzten bis Ende März diesen Jahres war das Areal unterhalb der Kolonnaden der Winterschlafplatz für rund 1.000 Fledermäuse aus der Familie der Abendsegler. Weil die nun wieder putzmunter durchs Elbtal segeln, können die Bauarbeiten Fahrt aufnehmen.
Was bisher erreicht wurde
Die Arbeiten am Römischen Bad von Schloss Albrechtsberg begannen im Mai letzten Jahres. Bis jetzt sind Abdichtung der oberen Kolonnaden erneuert, um weitere Wasserschäden zu verhindern. In den beiden Treppenräumen erfolgten Rohbauarbeiten, um den späteren Einbau eines öffentlichen WCs und der Pumpentechnik für das Wasserbecken vorzubereiten.
Darüber hinaus wurde die Stützwand des westlichen Treppenraums im Hang verankert. Die Balustraden wurden demontiert, um sie zu restaurieren und anschließend neu zu befestigen. Mit einem Trockenstrahlverfahren wurden vorsichtig die ersten Natursteinflächen gereinigt. Beim Portikus West wurden die Säulen mit einem Raumgerüst abgestützt und die Betondecke zurück gebaut, die Kapitelle (Stützenköpfe) wurden vorsichtig demontiert und befinden sich derzeit in der Aufarbeitung.
Wie geht es weiter?
Mit dem Auszug der Fledermäuse aus ihren Winterquartieren geht es nun an den Kolonnaden weiter: Die Balustraden-Elemente werden demontiert und gereinigt, fehlende Stücke ergänzt und neu verankert, alle Sandsteine gereinigt und – wo erforderlich – durch den Steinmetz ergänzt. Die Putzflächen werden erneuert und danach wird ein Maler die ursprüngliche Farbfassung wieder auftragen. All diese lauten und erschütterungsintensiven Arbeiten müssen bis zum 16. August beendet sein, denn danach beginnt erneut die Schutzzeit der Fledermäuse.
Ab 2027 konzentrieren sich die Arbeiten auf das Wasserbecken. Die Anlage aus der DDR-Zeit wird zurück gebaut und ein neues Becken nach historischem Vorbild inklusive sprudelnder Fontäne errichtet.
Wie steht es um die Finanzen?
Die aufwändige Sanierung des seit Jahrzehnten maroden Bades ist teuer. Insgesamt 7,7 Millionen Euro wird die Fertigstellung kosten. Für den ersten Bauabschnitt (4,2 Millionen) kommen je zur Hälfte Freistaat und Bund sowie die Stadt auf.
Um das Becken mit Natursandstein wieder aufzubauen, die Brunnentechnik für die Wasserfontäne zu kaufen und einzubauen, die Baustelleneinrichtung wieder zu entfernen und die Parkanlage im Baubereich wieder aufzubauen, sind rund 3,5 Millionen Euro nötig. Dieses Geld fehlt momentan noch. Wenn es der Stadt gelingt, einen Eigenanteil von einer Million aufzutreiben, kann sie weitere zwei Millionen an Fördermitteln einwerben. Deshalb wurde bereits 2025 eine Spendenkampagne gestartet. Bisher kamen 150.000 Euro zusammen, unter anderem durch ein Benefizkonzert mit Jan Vogler und Kevin Zhu im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele. Weitere Veranstaltungen sind geplant, darunter Führungen zum Tag des offenen Denkmals am 13. September sowie ein Baustellen-Picknick.
Zeit des Badens ist vorbei
Das Römische Bad ist Teil der Gartenanlage des Schlosses, die Mitte des 19. Jahrhunderts im italienischen Stil errichtet wurde. Viele Dresdner verbinden mit ihm persönliche Erinnerungen, diente es doch bis in die 1990er Jahre vor allem an heißen Sommertagen als Schwimmbad. Eine solche Wiedernutzung ist jedoch nicht mehr möglich. Die Hygieneanforderungen an Schwimmbäder lassen sich heutzutage nicht mit einer denkmalgerechten Sanierung vereinbaren. Aus bautechnischen Gründen ließ die Stadtverwaltung das Römische Bad 2012 sperren
Spenden können überwiesen werden an:
Landeshauptstadt Dresden, IBAN: DE23 8505 0300 3120 0000 34,
Verwendungszweck: „Römisches Bad“,
Infos auf www.dresden.de/roemisches-bad