Ins Italienische Dörfchen zieht wieder Leben ein

Italienisches Dörfchen
Foto: Pönisch

Das Restaurant „Italienisches Dörfchen“ wurde 1913 eröffnet, 1993 von der Stadt im Erbbaurecht an die Altmann GbR in Hamburg verpachtet und 2023 aufgrund Unwirtschaftlichkeit geschlossen. Sportlich betrachtet könnte diese „Dreierserie“ nun gerissen werden, denn es gibt einen neuen Betreiber mit einem neuen Konzept. Gibt der Stadtrat dazu grünes Licht, könnte das Haus schon 2027 wieder öffnen.

Neuer Betreiber, neuer Konzept

Die Altmann GbR wird ihr Erbbaurecht an die KFA Kultur für alle gGmbH (Veranstalter des PAlais Sommer Dresden) verkaufen. Deren Geschäftsführer Jörg Polenz stellte kürzlich sein Nutzungskonzept vor.
Demnach soll das Haus gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Umwelt-, Kultur- und Sozialwirtschaft in einen „gemeinwohlorientierten Kultur-, Gastronomie- und Veranstaltungsort“ umgewandelt werden. Geplant ist ein „Konzerthaus“ für Musikveranstaltungen, Lesungen und Tanzveranstaltungen für verschiedene Altersgruppen sowie für private Events. Ein Kunstsalon und eine Galerie mit integrierter Café-Bar sollen Raum für zeitgenössische Kunst, Vorträge, Musikreihen, Hochzeiten und Veranstaltungen bieten. Der große und der kleine Kaffeesaal sowie die Weinstube sollen wieder der Gastronomie dienen. In Kooperation mit Wohlfahrts- und Sozialorganisationen werden darüber hinaus inklusive Arbeits- und Qualifizierungsangebote in Gastronomie, Kultur und Veranstaltungsorganisation entstehen.

Wie wird das finanziert?

Für die erste Sanierungsphase – Stopp des Verfalls und Vorbereitung der Wiedereröffnung – bringt die KFA rund 1,5 Millionen Euro auf, abgesichert durch einen Bankkredit. “Diesen ersten Schritt wollen wir über den Verkauf von Bürgerbeteiligungszertifikaten stemmen“, so Jörg Polenz. Weitere 3,5 Millionen Euro Investitionen sollen dann in der zweiten Renovierungsphase bis Ende 2028 erfolgen.
Um das Vorhaben in der Startphase zu entlasten, ist unter anderem geplant, während der ersten Sanierungsarbeiten vor der Wiedereröffnung seitens der Stadt als Besitzerin der Immobilie keinen Erbbauzins zu erheben. In den Folgejahren soll dann der Erbbauzins auf den für Kultur- und Sozialeinrichtungen üblichen Wert reduziert werden. Auch die Eintragung erhöhter Grundschulden auf das Erbbaurecht wird ermöglicht.

In den zweiten Phasen soll die vollständige Barrierefreiheit hergestellt werden, inklusive eines neuen Personenaufzugs sowie des Umbaus des Kellers in moderne Ausstellungsräume und eine Cinemathek. Zudem sollen die Außenanlagen neugestaltet, die in die Jahre gekommene Haustechnik komplett erneuert und alle denkmalgeschützten Bereiche fachgerecht und behutsam restauriert werden.
Die Rechtsform des Erbbaurechts soll laut Stadtverwaltung beibehalten werden. Das stelle sicher, dass die Stadt auf Nutzung und Erhaltung Einfluss nehmen kann, ohne selbst direkt in das Gebäude investieren zu müssen.

Italienisches Dörfchen
Biergarten ElbaVista Foto: Pönisch

Biergarten bereits in Betrieb

Bereits seit 11. Juni ist der 200 Plätze zählende Biergarten unter dem Namen “ElbaVista Terrassen am Italienischen Dörfchen” als Pop-Up-Location wieder geöffnet. Der verwahrloste Ort wurde in den letzten Wochen auf Vordermann gebraucht und wird bis 30. September von der KFA Kultur für alle gGmbH bewirtschaftet. „Bei freiem Eintritt können sich hier alle auf handverlesene Musik, Live-Konzerte , DJ-Sets unter freiem Himmel, Live-Übertragung ausgewählter WM-Fußballspiele und die offizielle Festival-Lounge des Palais Sommers freuen“, sagt Projektleiter Gustav Polenz