Grünes Gewölbe zeigt Schlösschenpokal und Jungfrauenbecher

Grünes Gewölbe
Das Trinken aus dem Jungfrauenpokal gilt als besonders herausfordernd Foto: SKD

Auf Ex! Willkommpokale im Grünen Gewölbe“ heißt eine neue Sonderausstellung im Grünen Gewölbe ab 16. Juli. Zu sehen sind 23 ausgesuchte Trinkgefäße, davon 17 aus dem Bestand des Grünen Gewölbes. Neben diesen Meisterwerken der Goldschmiedekunst widmet sich die Schau auch den ausschweifenden Trinksitten der Renaissance und des Barock.

Willkommensgefäße mussten von hochrangigen Gästen des Dresdner Hofes zur Begrüßung vollständig geleert werden. Die spektakulären und teils skurriler Exemplare waren aus meist Silber mit Glas, Porzellan oder Stein. Neben klassischen Pokalen, Bechern und Humpen gab es ungewöhnliche Formen wie Schiffe, Fässer und Windmühlen. Darüber hinaus gab es auch tierförmige Gefäße, etwa in Gestalt von Pferden, Bären oder Hirschen. Sie alle stellten die Trinkende vor eine Herausforderung: Wer die jeweils erforderliche Handhabung nicht kannte, lief Gefahr, den Inhalt zu verschütten oder das Gefäß nicht vollständig leeren zu können – mit der Folge, dass erneut vollgeschenkt wurde.

Schlösschenpokal und Jungfrauenbecher

Herausragend ist der sogenannte Schlösschenpokal des Dresdner Goldschmieds Georg Mond (gestorben 1623). Das 65,5 cm hohe Gefäß zeigt ein detailreiches Modell des schon im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Lusthauses auf der Festung Sonnenstein in Pirna. Der Pokal ist der einzige erhaltene Beleg dafür, wie das Gebäude ausgesehen hat.

Der sogenannte Jungfrauenbecher hatte ab Mitte des 16. Jahrhunderts bei Hochzeiten seinen großen Auftritt. Die Goldschmiedearbeit in Form einer festlich gekleideten Dame hält zwei Gefäße vor: den großen glockenförmigen Rock, der in umgedrehtem Zustand befüllt wurde, sowie den kleineren, beweglichen Becher in den erhobenen Händen der Figur. Das Hochzeitspaar mussten die beiden mit Wein gefüllten Gefäße gleichzeitig oder nacheinander austrinken, ohne etwas zu verschütten.
Die Sonderschau „Auf Ex! Willkommpokale im Grünen Gewölbe“ ist bis 3. Januar 2027 zu sehen. Sie ist Teil des Programms zum 300-jährigen Jubiläum des Grünen Gewölbes und bildet zugleich den Abschluss eines zehnjährigen Forschungsprojekts zum bedeutenden Bestand an Goldschmiedearbeiten im Grünen Gewölbe.

Residenzschloss Dresden, Grünes Gewölbe, 16. Juli 2026 bis 3. Januar 2027, täglich 10—17 Uhr, Dienstag geschlossen, Freitag 10—19 Uhr, Begleitheft kostenlos in der Ausstellung erhältlich, 48 Seiten