Die Dächer der Kostümwerkstätten wurden bereits vor drei Jahren abgedichtet, jetzt künden die Gerüste davon, dass die Außenhülle des Gebäudeensembles saniert wird. Saniert wird auch der Dachbereich über den Dekorationswerkstätten. Die rund 6,5 Millionen Euro teuren Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr abgeschlossen sein.
Fenstertausch und Bügelkabinen
Im ersten Bauabschnitt werden derzeit die großformatigen und in die Jahre gekommenen Verbundfenster der 1980er-Jahre ausgetauscht und die Beton-Rippen-Platten in der Außenfassade denkmalgerecht saniert. Die Kostümschneiderei im zweiten Obergeschoss bekommt neue Bügelkabinen, aus denen die warmen Bügeldämpfe sofort abgeführt werden können. Das und neue LED-Beleuchtung sorgen bei hohen Außentemperaturen für wesentlich bessere Arbeitsbedingungen in der Schneiderwerkstatt.
Tageslicht für Malsaal und Tischlerei
An den Kopfbau mit den Kostümwerkstätten schließen sich die Räume der Dekorationswerkstätten mit den markanten Dachaufbauten an. Über die sägezahnförmige Oberlicht-Konstruktion wird hier Tageslicht schatten- und blendfrei in den Malsaal und die Tischlerei eingebracht. Diese Dachaufbauten werden im zweiten Bauabschnitt nach altem Vorbild, aber unter Berücksichtigung aktueller Vorschriften hinsichtlich des Dämmverhaltens erneuert. Der vorhandene Kiesbelag wird durch ein begrüntes Dach ersetzt. Um die Arbeiten in Malsaal, Tischlerei und Schlosserei ununterbrochen fortführen zu können, wurde das gesamte Gebäude mit einem Wetterschutzdach überdeckt.
Ostmoderne mit Architekturpreis
Die Theaterwerkstätten gehören zum Theaterverbund der Sächsischen Staatstheater Dresden. Hier werden Bühnenbilder, Kostüme und andere Requisiten für die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden hergestellt. Der Gebäudekomplex zwischen Ostra-Allee, Am Zwingerteich und der Kleinen Packhofstraße umfasst Gebäude aus verschiedenen Bauepochen und wurde mehrfach baulich verändert.
Das Gebäude entlang der Ostra-Allee wurde zwischen 1977 und 1981 von den Architekten Eberhard Pfau und Torsten E. Gustavs errichtet. Es gilt als herausragendes und gestalterisch hochwertiges Beispiel der Dresdner Nachkriegsmoderne. 1983 wurde der Werkstattkomplex mit dem Architekturpreis der DDR ausgezeichnet. Seit 2014 steht er unter Denkmalschutz.