Weil Fledermäuse schlafen wollen: Arbeiten am Römischen Bad gehen bald in Winterruhe

Römisches Bad
Die Kolonnaden zeigen sich schon frisch saniert Foto: Pönisch

Das Gerüst am halbrunden Kolonnadenbogen ist bereits abgebaut, dahinter zeigt sich die frisch verputzte Wand in den einstigen Originalfarben Ziegelrot und Sandsteingelb. Die 16 korinthischen Säulen sowie die Kapitelle mit den Figuren präsentieren sich gereinigt und ausgebessert.

Auch die Rückverankerung der Kolonnaden im Hang sowie Abdichtungs- und Betonarbeiten in den Treppenräumen sind beendet. Nur am westlichen Portikus geht die Restaurierung in diesen Tagen weiter, aber auch hier wollen die Fachleute bis November fertig werden. Das müssen sie auch, denn in Kürze beginnt mit dem Einzug von hunderten Fledermäusen, die seit Jahren ihr Winterquartier in den Gewölbedecken und Hohlwänden der Kolonnaden haben, die Baustellen-Winterruhe. „Experten haben etwa 13 Arten und um die 1.000 Tiere gezählt.“, weiß Mary Knopf, Projektleiterin Instandsetzung im städtischen Hochbauamt. Vor allem der Große Abendsegler sei gut dokumentiert, aber auch die Kleine Hufeisennase wohnt hier. Sie alle leben seit Jahren in Gewölbedecken und Hohlwänden der Kolonnaden, jetzt fliegen sie über neu hergestellte Belüftungsdeckel aus Zinkguss in ihre Quartiere.
Wenn das große Wasserbecken nach der Winterruhe der Tiere im Frühjahr 2027 abgebrochen ist, dann ist auch der 1. Bauabschnitt am Römischen Bad beendet. Rund 4,2 Millionen Euro sind bis dahin in den Erhalt dieses denkmalgeschützten Kleinods geflossen. 1,43 Millionen Euro davon kommen aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundes sowie 1,12 Millionen Euro aus Fördermitteln des Freistaates Sachsen.

Römisches Bad
Am westlichen Portikus wird noch bis November 2026 gearbeitet.

2. und 3. Bauabschnitt: Becken, Technik, Freianlagen

Der 2. Bauabschnitt umfasst den Neuaufbau des runden Beckens und die Installation der notwendigen Brunnentechnik einschließlich der großen Fontäne. „Die Umsetzung hängt von der Finanzierung und weiteren Fördermitteln ab“, sagt Baubürgermeister Stephan Kühn. Er rechnet mit rund einer Million Euro, die dafür nötig sind. Ob Fördermittel fließen werden, ist derzeit ungewiss. Das ist auch der Grund dafür, dass die Herstellung der das Bad umgebenden Freianlagen in einen dritten Bauabschnitt kürzlich ausgegliedert worden. „Wichtig ist vor allem, dass das Römische Bad spätestens 2028 fertig ist und die Fontäne wieder sprudelt“, sagt Kühn. Die Herstellung der Freianlagen könne dann auch ab 2029 erfolgen.
Spendenaktion und Benefizveranstaltung

Römisches Bad
Frank Schröder, Uwe Schmidt, Mary Knopf, Stephan Kühn (v.l.) Foto: Pönisch

Spendenaufruf für Brunnenbecken und Technik

Um die notwendige Million für den 2. Bauabschnitt zusammen zu bekommen, startete die Stadt bereits im Mai letzten Jahres einen Spendenaufruf. Rund 175.000 Euro liegen bereits im Spendentopf. Jüngst kamen von Stadtfestorganisator Frank Schröder und Uwe Schmidt vom Förderverein Dresdner Elbschlösser e.V. 1.000 Euro dazu. Das Geld stammt aus der Versteigerung von neun signierten Null-Euro-Scheinen, die für das Stadtfestes aufgelegt und jetzt bei eBay versteigert wurden. Zuvor hatte bereits Oscar Bruch, Betreiber des Riesenrads beim Stadtfest, 5.000 Euro beigesteuert und der Verkauf der (unsignierten „normalen“) Null-Euro-Scheine während des Stadtfeste brachte 3.000 Euro. Ein Konzert, eine Lesung und die vielen Besucher, die am Tag des offenen Denkmals zu den Führungen kamen, brachten ebenfalls Spenden ein.

Am ersten Adventssonntag (29. November) gibt es eine weitere Benefizveranstaltung für das Römische Bad. Schauspieler Ahmad Mesgarha und Musiker Philipp Makolies präsentieren unter dem Motto „Und früher war der Schnee aus Watte“ einen musikalisch-literarischen Weihnachtsabend über Kindheitserinnerungen, vergangene Weihnachten und die Frage, was davon geblieben ist.


Tickets für den 29.11. unter www.schloss-albrechtsberg.de/reservix
Spendenkonto Landeshauptstadt Dresden
IBAN: DE23 8505 0300 3120 0000 34
BIC: OSDDDE81 XXX
Verwendungszweck: „Römisches Bad“