Der Dresdner Weihnachts-Circus hat sich erfolgreich gegen die Abzocke mit Eintrittskarten im Internet gewehrt. Das Landgericht Dresden hat der Ticketbörse viagogo am 9. Oktober per einstweiliger Verfügung untersagt, weiter Tickets für den Zirkus anzubieten, mit denen der Besuch der Vorstellung nicht möglich ist.
Verstößt viagogo dagegen, drohen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld pro Fall. Das Gericht folgte damit der Argumentation des Zirkus: Die Karten sind personalisiert und dürfen nicht gewerblich weiterverkauft werden. Wer sie über viagogo kauft, hat daher keinen sicheren Anspruch auf Einlass – auch wenn die Plattform eine „100-prozentige Garantie“ verspricht. Zudem muss viagogo künftig klar zeigen, wer die Tickets eigentlich verkauft. Gegen den Beschluss kann die Plattform noch Widerspruch einlegen.
„Sind froh und erleichtert“
In den vergangenen Wochen hatten sich immer mehr verzweifelte Käufer beim Weihnachts-Circus gemeldet. Sie waren meist über eine Google-Anzeige bei viagogo gelandet – im Glauben, im offiziellen Ticketshop zu sein. Dort zahlten sie teils fast das Doppelte, warteten wochenlang auf ihre Karten und erhielten am Ende Tickets, bei denen Name und Preis entfernt waren oder die aus sonstigen Gründen ungültig sind.
„Wir sind froh und erleichtert. Das Gericht hat jetzt klar gemacht: Mit der Vorfreude unserer Gäste darf niemand Kasse machen“, zeigt sich Sascha Köllner, Direktor des Dresdner Weihnachts-Circus, erleichtet. „Unser größter Albtraum war, im Advent Gäste an der Kasse wieder nach Hause schicken zu müssen. Diese Gefahr ist jetzt deutlich kleiner geworden.“
Wo gibt es die „echten“ Tickets?
Die echten Tickets für den Weihnachts-Circus gibt es direkt an der Zirkuskasse, telefonisch unter 0351 441 3030 und online auf www.dwc.de. „Bei der Google-Suche auf den Hinweis ’Gesponsert’ achten“, rät Köllner. „Wer verhindert ist, kann sein Ticket über die offizielle Umpersonalisierung an Freunde oder Familie weitergeben.“