90.000 Euro für den Keppgrund dank Bürgerinitiative

Keppgrund
Annegret Grütze von der BI Keppgrund e.V. Foto: Rietschel

Wenn sich Bürger zusammentun, beharrlich dranbleiben, auch mal nervig sind auf dem Weg zu ihrem Ziel – dann kann daraus was werden. Der Wanderweg im Keppgrund von Hosterwitz ins Schönfelder Hochland ist dafür ein sehr schönes Beispiel.

2010 wurde er gesperrt, weil Treppenanlagen und Stützmauern so marode schienen, das Gefahr im Verzug bestand. Das nötige Geld für eine schnelle, wenn auch logistisch anspruchsvolle Sanierung fehlte allerdings.
Zwölf Jahre vergingen, bis sich 2022 die Bürgerinitiative Keppgrund e.V. gründete mit dem Ziel, diesen Weg aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Es waren genau die Leute, die Ideen hatten, dran blieben, nervten. Jetzt, nach vier Jahren, konnten sie der Stadt die stolze Summe von 90.000 Euro übergeben. Viele Menschen trugen dazu bei. Toms Pauls zum Beispiel, der gemeinsam mit Sachsenlotto zum „Möglichmacher“ wurde und 5.000 Euro beisteuerte. Oder der Sänger René Pape, der Konzerte gab. Das Café Wippler, das Kuchen spendete für den Verkauf bei Veranstaltungen. Menschen, die einfach jeden Monat ein paar Euro überwiesen.

Auch der Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig hatte im Juni dieses Jahres beschlossen, sich für den Wanderweg im Keppgrund einzusetzen. 75.000 Euro gibt er aus seinem Budget dazu, so dass nun 165.000 Euro als Anschubfinanzierung bereit stehen. Den Rest von 330.000 Euro will die Stadt nun drauflegen, damit im kommenden Frühjahr mit der Sanierung der Treppenanlage begonnen werden kann.

Was alles zu tun ist

Zunächst sollen die beschädigten Bereiche der Stützmauer direkt an der Keppmühle statisch gesichert werden. Das gilt auch für die Treppenwange, also das seitliche Tragelement der Treppe am obersten Podest der Treppenanlage. Außerdem muss ein größerer Hohlraum unterhalb dieses Bereichs verfüllt werden.
Anschließend wird der restliche Bereich der Treppenanlage verfestigt und ergänzt. Die Treppenwangen werden gesäubert, neu verfugt und bei Bedarf verpresst. Fehlbereiche werden mittels Spritzbeton aufgefüllt, hohl liegende Stufen neu gebettet, verschobene Stufen ausgerichtet und gebrochene verklebt. Zum Abschluss erhält die Treppe entsprechend denkmalschutzrechtlicher Vorgaben ein neues Rohrgeländer mit Knieleiste, das dem früheren Erscheinungsbild entspricht. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2027 starten und im September beendet sein. Dann wäre der Keppgrund nach 17 Jahre wieder ein Wanderziel.

Über die Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative Keppgrund vereint Vertreter der Ortsvereine Loschwitz-Wachwitz und Pillnitz, des Elbhangfestvereins, der Interessengemeinschaft Weinbergkirche Pillnitz, des Freundeskreises Carl-Maria-von-Weber, des Heimatvereins Schönfelder Hochland, der Kirchgemeinde Hosterwitz sowie zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner.
Die Aktion „Möglichmacher“ wurde vor vier Jahren von Sachsenlotto gestartet. Initiativen und Vereine erhalten dabei für ihre Projekte 5.000 Euro aus den erwirtschafteten Mitteln der regionalen staatlichen Lotteriegesellschaft.