Nein, so einen „Morgen danach“ wünscht sich niemand. Wenn der Schädel brummt und die Erinnerungen an den Abend zuvor völlig ausgelöscht sind. Wenn alle paar Minuten ein fremder Mann wie selbstverständlich aus dem Schrank aus- und wieder einsteigt und ein Pinguin im Kühlschrank sitzt. Wenn sich herausstellt, dass man offenbar sinnlose Bestellungen ausgelöst und dafür einen sehr hohen fünfstelligen Betrag bezahlt hat – denn was bitte soll man mit Bierzelt, Bühne, einem riesigen Cateringbuffet, Ponys und David Hasselhoff? Und was war da noch mal mit dieser Schaumparty am Goldenen Reiter? Und dem Einbruch im Zoo?
Spielfreude und Gags am laufenden Band
Bei den beiden Biertheater-Familien Sibylle und Hans Neumann (Kati Grasse/Thomas Böttcher) sowie Gisela und Herbert Küttner (Peter Splitt/Thomas Rauch) geht’s mal wieder rund, denn auch die Ehefrauen haben keinerlei Erinnerung an den Vorabend. Auch die nervige Nachbarin Frau Barduschke (Jens Albrecht) ist keine Hilfe, obwohl sie so einiges mitbekommen hat. Denn statt aufzuklären, ist die tüddelige Dame im Morgenmantel nur auf der Suche nach ihrem Schlüppi und Katze Muschi. Der Mann im Schrank (RAlf Schumacher/Christoph Ehrlichmann) und die Eventplanerin (Valerie Wallera/Norma Fehre) machen das Treiben nur noch verrückter: Kurz gesagt, dieser „Filmriss“ ist ein witziges Tür auf-Tür zu -Spektakel, bei dem die Zuschauer mit den Akteuren förmlich mitleiden und auf ein gutes Ende hoffen. Dazu kommen humorige Einfälle wie gespielte Werbeclips und Gesangseinlagen, die das ganze auflockern.
„Filmriss – Wenn’s bei Neumanns 2x klingelt“ ist unterhaltsames Theater mit Akteuren, denen sie Spielfreude deutlich anzumerken ist, was sich letztlich schnell aufs Publikum überträgt. Kleiner Spoiler: Am Ende ergibt das Chaos einen Sinn, weil’s einen guten Grund dafür gibt.
Aktuell am 23./24., 30./31. Oktober und 1. November sowie ab 22.1.2027 im Biertheater Radeberg, Tickets hier