Seit 2023 wird der Hermann-Seidel-Park nach historischem Vorbild von Unterlagen aus 1927 Schritt für Schritt saniert. Bisher wurden Wege instand gesetzt und entsprechend der historischen Wegeführung teilweise neu und barrierefrei errichtet, Bänke aufgestellt, Pflanzen (vor allem Rhododendron aus historischen Sorten) sowie das Bewässerungssystem erneuert und auch ein moderner Trinkwasserbrunnen sprudelt längst.
In diesem Frühjahr führten die Fachleute vor allem Baumpflegearbeiten durch und es entstand in den vergangenen Monaten für 175.000 Euro ein neuer Kletterspielplatz, der jetzt nutzbar ist. Hier gibt es eine große Kletter-Spiel-Skulptur aus Holz für Kinder ab sechs Jahre, eine Tischtennisplatte und eine Bankgruppe. Die Spielgeräte sind – wie die anderen Spielangebote im Park – in Erdbeerrot gestaltet. Auf dem Areal standen zuvor Garagen, die abgerissen wurden.
Was ist weiter geplant?
Für die weitere denkmalgerechte Entwicklung des Parks stehen weitere Gelder bereit. Geplant sind vor allem neue Pflanzungen, um den alten Gehölzbestand schrittweise zu verjüngen. So sollen unter anderem Laubbäume, Waldkiefern, Rhododendren und weitere Sträucher gepflanzt werden – mit dem Ziel, den Park möglichst nah an sein historische Erscheinungsbild zu bringen. Der war nämlich früher ein Tännicht (Waldstück) mit lichtem Kiefernbestand. Neue Zäune sollen die Pflanzflächen schützen, außerdem werden noch Rasenflächen saniert und der Belag des Ballspielplatzes erneuert.
Der Hermann-Seidel-Park entstand ab 1877 als Schau- und Versuchsanlage des bekannten Rhododendronzüchters Hermann Seidel. Das Parkgelände war Teil der ehemaligen Seidelschen Gärtnerei im 19. Jahrhundert, in der vor allem Azaleen, Kamelien und Rhododendren vermehrt, gezüchtet und weltweit verkauft wurden. Später übernahm die Stadt Dresden das Gelände und entwickelte es ab 1920 zu einem Volkspark weiter. Heute ist der Park ein geschütztes Gartendenkmal, das mit seinem alten Baumbestand zum besseren Stadtklima beiträgt