Laura zieht aus – und muss sich versichern

Einen Kratzer am fremden Auto verursacht – die Haftpflichtversicherung hilft. Foto: Verbraucherzentrale
Laura sFoto: Verbraucherzentrale

Für viele Eltern ist es ein komisches Gefühl, wenn die 18-jährige Tochter das Haus verlässt und eine eigene Wohnung bezieht. Auch wenn Laura schon recht selbstständig alleine zurechtkommt, kann sie beim Thema Versicherungen bestimmt noch etwas Hilfe von den Eltern gebrauchen. Für alle Versicherungen gilt: Sie sollen für den Fall der Fälle vor einer finanziellen Katastrophe schützen und den Versicherten unterstützen. Manche Versicherungen braucht Laura unbedingt, andere nur in bestimmten Lebenssituationen und einige sind komplett überflüssig. Es ist nicht leicht, sich im Versicherungsdschungel zurechtzufinden. Umso wichtiger ist es, dass Laura sich gut informiert.

Die Krankenversicherung ist ein Muss

Als Auszubildende ist Laura angestellt und verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Diese übernimmt die Kosten beim Arzt oder im Krankenhaus.
Bei den gesetzlichen Kassen liegt der Beitragssatz bei 14,6 Prozent des Bruttogehalts. Davon zahlt der Arbeitgeber die eine Hälfte und die 18-Jährige die andere. Bei einem Azubi-Gehalt von 800 Euro brutto wären das 58 bis 72 Euro im Monat. Die Krankenkasse kommt auch für die meisten Arztrechnungen im Urlaub auf, allerdings nur in EU-Ländern
und solchen, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Den Rücktransport aus dem Ausland übernimmt Lauras Krankenkasse allerdings nicht. Dafür sowie für die Arztbehandlungen in den Nicht-EU-Ländern benötigt die junge Frau eine spezielle Auslandsreise-Krankenversicherung.

Haftpflicht-Schäden bei anderen

Ein Missgeschick kann immer und überall passieren: Fällt Laura das Notebook ihrer Freundin aus der Hand, muss sie es ersetzen. Schlimmer und sehr viel teurer werden  Personenschäden, etwa wenn die 18-Jährige den Sturz eines Radfahrers verursacht, der dann über viele Monate eine aufwendige Reha in Anspruch nimmt und außerdem
einen erheblichen Verdienstausfall hat. Wie gut, dass die Haftpflichtversicherung für die hohen Kosten aufkommt. Eine Privathaftpflicht ist eine der wichtigsten Versicherungen, denn Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe können Laura die Existenz kosten. Studenten und Auszubildende sind während ihrer (ersten) Ausbildung meist
noch über die Eltern abgesichert. Danach müssen sie selbst einen Vertrag abschließen.

Teuer, aber wichtig: Berufsunfähigkeitsversicherung

Laura fängt gerade an zu arbeiten, da denkt sie kaum über ein plötzliches Ende des Berufslebens nach. Das Thema „Berufsunfähigkeit“ ist aber wichtig – wenn die junge Frau wegen einer schweren Krankheit nicht mehr arbeiten kann, sitzt sie ohne Einkommen da.
Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist gering, deutlich besser geht es ihr im Notfall mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die ist zwar teuer, aber wenn Laura sie früh abschließt, kann sie die Beiträge gering halten.

Unfälle absichern – nicht unbedingt

Ob Laura nun unbedingt eine Unfallversicherung benötigt, ist zu überlegen. Für ungefähr 100 Euro Beitrag pro Jahr würde sie eine größere Geldsumme erhalten, wenn ihr Körper nach einem Unfall – zum Beispiel beim Skifahren oder anderen riskanten Sportarten – schwer geschädigt ist. Da die meisten Menschen jedoch wegen Krankheit berufsunfähig werden, ersetzt die Unfallversicherung nicht die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Hausrat versichern?

Vielleicht Sobald Laura ihr neues Zuhause mit teuren Möbeln, Bildern oder einem neuen PC ausstattet, ist eine eigene Hausratversicherung durchaus sinnvoll. Die Beitragshöhe
richtet sich nach der Versicherungssumme bzw. der Wohnungsgröße und dem Wohnort.

Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
Beratungszentrum Dresden,
Fetscherplatz 3, 01307 Dresden,
Unter www.verbraucherzentrale.de
finden junge Menschen weitere Informationen
und den Kontakt zu ihrer
Verbraucherzentrale.

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