Einbruch in Grünes Gewölbe: Führt die Diamanten-Spur in die Hauptstadt?

Das Video der Überwachungskamera gibt wenig Hinweise auf die Identität der Räuber. Foto: Polizei Dresden

Bei der Suche nach den Einbrechern ins Grüne Gewölbe in Dresden gibt es offenbar eine erste heiße Spur. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, stammt ein beim Diebstahl eingesetztes Hebelwerkzeug von einer Firma, in die ein Berliner Clan-Mitglied eingebrochen ist. Dem Bericht zufolge haben Ermittler der Dresdner Soko „Epaulette“ eine behördeninterne und bundesweite Abfrage an die Landespolizeien gestellt, ob irgendwo Einbrüche bekannt seien, bei denen ein hydraulisches Hebel- und Spreizwerkzeug einer Erlanger Firma entwendet wurde oder auch zum Einsatz kam.

Tägliche Hinweise

Unterdessen sind bislang rund 750 Zeugenhinweise bei der Sonderkommission „Epaulette“ eingegangen. Und täglich werden es mehr. Am Mittwoch veröffentlichten die Ermittler das Foto eines Audi A6, den die Täter beim Einbruch ins Grüne Gewölbe genutzt haben. Es ist das erste Fahndungsbild nach dem spektakulären Juwelendiebstahl vom 25. November.

Am Mittwochabend berichtete auch das ZDF-Fahndungsmagazin „Aktenzeichen XY… ungelöst“ darüber. „Wenn es erforderlich ist, können wir Hinweisen sofort nachgehen“, sagte Polizeisprecher Marko Laske. Mehrere Teams der Soko seien während und nach der Ausstrahlung einsatzbereit gewesen.

Verschiedene Ansätze

Auch 16 Tage nach dem Einbruch hat die Polizei zwar noch keine heiße Spur. Die Ermittler gehen aber verschiedenen Ermittlungsansätzen nach. Einer ist das Auto, das die Täter kurz nach dem Diebstahl im Grünen Gewölbe in einer Tiefgarage in der Kötzschenbroder Straße in Dresden-Pieschen in Brand gesteckt haben. Das Foto einer Überwachungskamera zeigt den hellen Audi A6, Baujahr 2006, der in der Dunkelheit offensichtlich von der Kötzschenbroder Straße, wo die Tiefgarage liegt, in die Leipziger Straße Richtung Innenstadt einbiegt. Der Ort ist deutlich an den Werbeschildern des Ballhauses Watzke zu erkennen. Offenbar sind die Täter gerade auf dem Weg zum Tatort.

Polizeisprecher Laske bestätigt, das Bild sei am Tattag entstanden. Die Uhrzeit nennt er nicht. Die Täter müssen daher schon vor ihrem Einbruch im Bereich der Tiefgarage im Stadtteil Pieschen gewesen sein. Markant an dem Auto ist das dunkle Dach. Der Audi stammt aus Sachsen-Anhalt und war von seinem Besitzer 2017 abgemeldet worden. Die Soko hofft nun auf weitere Fotos des Autos und auf Zeugen, denen das Auto aufgefallen ist.
Weiter suchen die Ermittler die Insassen eines dunklen Transporters, der am Montag, 25. November, kurz vor 5 Uhr in der Sophienstraße unterwegs war. Die Zeugen könnten die Täter gesehen haben. Darüber hinaus sind auch Fotos und Videos insbesondere von Touristen interessant. „Wir gehen von einer längeren Planungsphase der Täter aus“, sagt Laske. So könnte es sein, dass die Diebe vor oder im Grünen Gewölbe zufällig aufgenommen worden sind. Die Soko bittet daher um Foto- und Videoaufnahmen zwischen dem 1. Oktober und dem 25. November.

Hinweise priorisieren

Wer zurzeit die Nummer des Hinweistelefons der Polizei wählt, landet unmittelbar in der Soko „Epaulette“. Je zwei Beamte nehmen dort die Anrufe entgegen, zwischen 6 und 22 Uhr. Nachts nehmen Polizisten im Lagezentrum die Gespräche an. Hauptkommissar Christoph Viertel leitet die Hinweisaufnahme.

Er prüft und bewertet jede einzelne Information, ehe er sie an die Kollegen weitergibt. „Priorisieren“ nennt er das. Er unterscheidet zwischen solchen, denen sofort nachgegangen werden muss, und anderen, die erst mal zurückgestellt werden. „Das kann sich aber mit der sich ändernden Erkenntnislage schnell ändern“, sagt Viertel.

Selbst aus Australien, China, Russland, den USA oder Finnland hätten sich Menschen gemeldet, um Hinweise zu geben – oder um ihrer Betroffenheit Ausdruck zu verleihen. Die Motivation in der Soko erinnert Viertel an das Hochwasser 2002. „Die Solidarität ist groß, keiner schaut auf die Uhr.“

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