Wie Kulturhäuser auf die Corona-Krise reagieren

Der Kulturpalast ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. // Foto: Archiv

Semperoper und Kulturpalast, Humorzone und Kinosäle sind unter anderem betroffen.

Mit seinem Beschluss, Veranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern abzusagen, reagiert der Freistaat Sachsen auf die steigende Zahl von Corona-Fällen. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sollen große Menschenansammlungen vermieden werden. Laut Kunstministerium gilt nun: Weil sich bei Großveranstaltungen die Gefahr einer Virusübertragung nicht sicher beurteilen lässt und die Herkunft der Teilnehmer nicht abschätzbar ist, dürfen sie nicht stattfinden. Der Erlass gilt seit dem Donnerstag, dem 12. März, 8 Uhr auf unbestimmte Zeit. Auch bei Veranstaltungen mit weniger als tausend Teilnehmern muss genau geprüft werden, ob diese unbedingt stattfinden müssen.

Kulturprogramm reduziert

Die Sächsische Kinolandschaft ist aufgrund der Größe ihrer Säle von dem Erlass nicht betroffen. Die einzigen öffentlichen Kulturinstitutionen im Freistaat mit regelmäßig Veranstaltungen von über 1.000 Personen sind die Semperoper und der Kulturpalast, das Stammhaus der Dresdner Philharmonie, sowie das Leipziger Gewandhaus.
Das Staatsschauspiel verkündete am Donnerstag die Absage der Langen Nacht der Dresdner Theater. Zudem wurde die beliebte Veranstaltung „Floor on Fire“ am 13. und 15. März in Hellerau abgesagt. Eintrittskarten können bis zum 15. April dort zurückgegeben werden, wo sie erworben wurden, hieß es in einer Mitteilung.
Die Corona-bedingte Zurückhaltung der Zuschauer gefährdet vor allem private Theater ohne öffentliche Förderung. „Es gibt weniger Vorbestellungen“, sagt Thomas Schuch vom Dresdner Friedrichstattpalast. Sonst gut verkaufte Programme seien jetzt schlechter besucht. Schuch befürchtet, dass diese Situation andauert oder es gar ein völliges Verbot geben könnte: „Für uns geht es jetzt um die Wurst.“ „Klar, wir sitzen auf glühenden Kohlen“, ergänzt Philipp Schaller von der Dresdner Herkuleskeule. „Aber was soll man machen?“ (SZ)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.