Neues Wohnheim für Geflüchtete in Dresden

Neues Wohnheim für Geflüchtete in Dresden
Die Stadt schafft aktuell neue Unterbringungmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Ukraine. // Foto: Pixabay

Ein ehemaliges Pflegeheim in Dresden-Friedrichstadt wird ab dieser Woche als Wohnheim für Geflüchtete aus der Ukraine genutzt.

Das Pflegeheim an der Löbtauer Straße 31 verfügt aktuell über 80 Plätze zur Unterbringung von Geflüchteten, ab 1. Juli sind es 207 Plätze. Das gesamte Objekt ist barrierefrei. Es wird vorwiegend für die Unterbringung von Flüchtlingen mit Mobilitätseinschränkungen genutzt. Die soziale Betreuung der Geflüchteten vor Ort sowie die Gemeinschaftsverpflegung wird durch Kooperationspartner sichergestellt.

„Unsere Maxime gilt: Wer seine Heimat wegen Krieg und Vertreibung verlassen muss, hat unsere volle Solidarität. Niemand wird alleine gelassen, niemand muss auf der Straße schlafen. Um dies sicherzustellen, mussten wir kurzfristig auch auf Turnhallen zurückgreifen. Dank des neuen Wohnheims können die Turnhallen zeitnah wieder für den Schulsport genutzt werden. Ich danke allen Schulgemeinschaften für ihr Verständnis und ihre Solidarität“, erklärt die Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen Dr. Kristin Klaudia Kaufmann.

Aktuell nutzt die Stadt noch vier Schulturnhallen als Notschlafplätze für Geflüchtete, die Turnhalle des Gymnasiums Dresden-Pieschen an der Erfurter Straße (160 Plätze), die Halle des Gymnasiums Dreikönigsschule an der Alaunstraße (100 Plätze), die Halle des BSZ Bau und Technik an der Blochmannstraße (80 Plätze) sowie die Halle der 30. Oberschule an der Glacisstraße (60 Plätze). Weil die Hallen derzeit nur zu etwa einem Drittel ausgelastet sind, sollen sie bis zum 30. Juni geräumt werden. Nur die Halle des BSZ Bau und Technik wird noch bis 31. Juli weitergenutzt.

Parallel schafft die Stadt weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete. Der Fokus liegt dabei auf Wohnungen. Gesucht werden Ein- bis Fünf-Raum-Wohnungen mit Küche und Bad, gerne auch möbliert. Die Wohnungen sollten für mindestens ein Jahr zur Verfügung stehen. Angebote und Rückfragen nimmt das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung entgegen, per E-Mail an: 65-mietvertragsverwaltung@dresden.de.

Zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Unterbringungspflicht entwickelt die Stadt außerdem Gemeinschaftseinrichtungen. Derzeit laufen beispielsweise Verhandlungen zur Nutzung des Hotels Dormero in Dresden-Klotzsche. Das Haus in der Karl-Marx-Straße 25 bietet Platz für 206 Personen. Die soziale Betreuung soll ein Kooperationspartner übernehmen.

Die zentrale städtische Sammelunterkunft in der Messe Dresden wird nach wahrscheinlich bis Ende August weitergenutzt. Die Hallen 1 und 2 sollen bald an die Messegesellschaft zurückgegeben werden. Die Vorbereitungen dafür laufen. Die Stadtverwaltung wird dann nur noch die Messehalle 4 mit bis zu 450 Plätzen für die Unterbringung ukrainischer Schutzsuchender nutzen. Ob künftig auch auf diese Plätze verzichtet werden kann, soll Ende Juli entschieden werden.

WIe viele Flüchtlinge leben aktuell in Dresden?

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat Sachsens Landeshauptstadt insgesamt 8.676 geflüchtete Personen aufgenommen – 8.303 ukrainische Schutzsuchende und 373 Asylsuchende aus verschiedenen Herkunftsländern (Stand 31.05.2022). Im Vorjahreszeitraum 2021 waren es 902 Geflüchtete. Geflüchtete, die neu nach Dresden einreisen und noch nicht in Deutschland registriert sind, müssen sich an die Landesdirektion Sachsen wenden. Eine Anlaufstelle befindet sich in Dresden in der Stauffenbergallee 2b.


Aktuelle Informationen unter: dresden.de/ukraine-hilfe

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.