Rüsselrutsche Elefant: „Rutscht mir doch den Buckel runter“

Denkmalpreis
Seit 1962 steht die steinerne Elefantenrutsche im Hof der Wilsdruffer Straße 13 in Dresden. Foto: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Schüler der 32. Oberschule befassten sich mit einem Dresdner Denkmal und wurden dafür mit dem Sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis 2022 ausgezeichnet.

Wie lange steht der Rutsch- und Kletterelefant schon auf einem Kinderspielplatz in der Dresdner Innenstadt? Wer hat ihn einst entworfen und gebaut? Was ist eigentlich Dresdner Nachkriegsmoderne?

Mit diesen Fragen befassten sich zehn Schüler der Klassenstufe 10 der 32. Oberschule Dresden in ihrem Denkmalprojekt »Rutscht mir doch den Buckel runter! Die Dresdner Rüsselrutsche«. Gemeint ist damit jener steinerne Elefant, der seit 1962 auf der Wilsdruffer Straße 13 im Herzen der Altstadt steht und einst von den Künstlern Johannes Peschel, Egmar Ponndorf und Vinzenz Wanitschke geschaffen wurde.

„In ihrer Freizeit haben die Schüler zusammen mit ihrer engagierten Lehrerin den Kletterelefanten erforscht, haben sich auf Spurensuche nach den Erbauern begeben und noch wenige, erhaltene Objekte in Leipzig, Eisenach und Neubrandenburg gefunden. Sie haben Begeisterung bei den großgewordenen Kindern von damals erfahren. Mit ihrem Projekt tragen sie unmittelbar zum Verständnis für Vergangenheit, Lebenszeit und Zukunft bei«, lobt Staatsminister Thomas Schmidt die Schüler-Initiative. Die Zehntklässler hatten sich im Rahmen des Sächsischen Landesprogramms »PEGASUS – Schulen adoptieren Denkmale« mit dem Rutschelefanten befasst.

Sachsen ist Denkmalland

Sachsen ist ein Denkmalland. Hier gibt es deutschlandweit die höchste Dichte an Denkmalen – auf 40 Einwohner kommt eins. Insgesamt sind es über 100 000 Kulturdenkmale und über 13.000 Bodendenkmale. Nur in Bayern gibt es noch mehr Denkmale als in Sachsen.

»Denkmale sind wichtige Zeugnisse unserer Geschichte, unserer kulturellen Wurzeln und unserer reichen Traditionen. Sie sind wichtige Identifikationsobjekte, die den Menschen Vertrautheit und Heimatgefühl vermitteln“, so Minister Schmidt.

Seit 1990 hat der Freistaat mehr als 3,6 Milliarden Euro in seine Denkmale investiert. Die Mittel kommen aus verschiedenen Denkmalschutzprogrammen von Bund und Land, aus dem Städtebau und aus dem Parteivermögen der ehemaligen DDR. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz engagiert sich sehr stark in Sachsen.

Für den Sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis 2022 kamen insgesamt 26 Schulprojekte aus ganz Sachsen in Frage. Seit 1995 haben mehr als 200 Schulen aller Schularten knapp 250 Denkmale in Sachsen erforscht.

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