Gezählt, gemessen, gewogen: Zoo Dresden macht Inventur

Zoo Inventur
Vermessung eines Gürteiltieres: Einfach den Umfang der "Kugel" messen. Im Bild Tierpfleger Olaf Lohnitz und Kurator Matthias Hendel (v.l.) Foto: Pönisch

Jedes Jahr im Januar ist Inventur angesagt: Dann werden die aktuellen Listen der Tierpfleger mit den Bestandsbüchern abgeglichen, um genau zu wissen, wie viele Tiere im Zoo leben.

Wie misst man ein Gürteltier? Jedenfalls nicht von Kopf bis Schwanz, denn Gürteltiere rollen sich zu einem festen Ball zusammen, wenn sie in Ruhe gelassen werden wollen. Und das will „Bu“, die Gürteltierdame aus Budapest, auf jeden Fall beim offiziellen Inventur-Termin vor der heimischen Presse. Und auch ihr noch namensloses Baby, das am 1. Dezember im Zoo Dresden zur Welt kam, zeigt sich den Fotografen nur als Kugel. Wie also misst man die beiden Tiere? Indem man den Umfang ermittelt. Bu ist demnach 42 Zentimeter rund, ihr Kind 24. „Hat ganz schön zugelegt, das Kleine“, sagt Tierpfleger Olaf Lohnitz. „Als es geboren wurde, war es so groß wie ein Tennisball.“

Zoo Inventur
Gürteltiermama Bu mit ihrem noch namenlosen Sohn (li.)

Wie hat sich der Bestand im Jahresverlauf entwickelt?

Elefanten, Giraffen und Löwen lassen sich natürlich leicht zählen. Beim Vogelbestand in der Tundravoliere oder bei den Etruskerspitzmäusen im Zoo unter der Erde ist das schon schwieriger. Doch inzwischen steht fest: Im Zoo Dresden gab es zum Stichtag 31. Dezember insgesamt 59 Säugetier-, 78 Vogel-, 24 Reptilien-, sechs Amphibien- und 20 Fischarten sowie 17 Wirbellose Arten – insgesamt sind es 1.070 einzelne Tiere. Plus/minus ein paar mehr oder weniger, denn die Fische zum Beispiel lassen sich nur schwer zählen. Sie stehen mit 129 plus x zu Buche und gehören in die Gruppe der „nicht zählbaren Individuen“. Dass Fische und Reptilien im letzten Jahr zahlenmäßig übrigens den größten Schwund aufweisen, hängt mit der Schließung des Terrariums im letzten Oktober zusammen. Rund die Hälfte der Fische und 30 Prozent der Reptilien wurde an andere Zoos oder in private Hände abgegeben. „Die Energiekosten für das alte Terrarium sind derzeit einfach zu hoch“, sagt Zoodirektor Karl-Heinz Ukena.

Besondere Zuchterfolge und Hoffen auf Nachwuchs

Besondere Zuchterfolge konnten 2022 u.a. bei den Tiefland-Nyalas, den Goralen und den Sperbereulen erzielt werden. Auch über die erste erfolgreiche Nachzucht bei den Rosapelikanen haben sich die Tierpfleger sehr gefreut. Ebenso wie über den Rekordwurf bei den Nacktmullen, bei dem 22 Jungtiere zur Welt kamen.

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Rosapelikane


In diesem Jahr hofft der Zoo auf Nachwuchs bei den Löffelhunden und den Baumstachlern. Auch bei den Koalas stehen die Chancen auf ein Jungtier gut. Im Dezember kam mit Eerin ein neues Koala-Weibchen aus dem Zoo Duisburg, das hier mit Mullaya für Nachwuchs sorgen soll.

Wenn sich Zoo-Kurator Wolfgang Ludwig Nachwuchs bei einer Tierart wünschen könnte, dann würde er sich am meisten über ein kleines Karakal-Kätzchen freuen. „Die letzte Geburt hatten wir vor über 20 Jahren.“ Aktuell leben zwei Weibchen und ein Kater dieser Wildkatzenart im Zoo und obwohl eins der Weibchen im besten Alter ist, hat es mit gesundem Nachwuchs noch nicht geklappt.


Neues Orang-Utan-Haus, neue Tierarten

Wenn Ende 2023 das neue Haus für die Menschenaffen eröffnet wird, dann finden hier nicht nur die drei Riesenschildkröten Hugo I bis III ein neues Zuhause. Mit Binturongs oder Glattottern kommen sogar neue Arten in den Dresdner Zoo. Vor allem letztere dürften schnell zu Publikumslieblingen werden. Die putzigen Gesellen werden nur in 15 europäischen Zoos gehalten, sie stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Die Binturongs (auch Marderbären genannt) gelten zwar als etwas eigenartiges leicht plumpe, aber bis ins hohe Alter als verspielte Raubtiere, was sie für Zoobesucher überaus interessant macht.

Neues Orang-Utan-Haus, neue Tierarten

Wenn Ende 2023 das neue Haus für die Menschenaffen eröffnet wird, dann finden hier nicht nur die drei Riesenschildkröten Hugo I bis III ein neues Zuhause. Mit Binturongs oder Glattottern kommen sogar neue Arten in den Dresdner Zoo. Vor allem letztere dürften schnell zu Publikumslieblingen werden. Die putzigen Gesellen werden nur in 15 europäischen Zoos gehalten, sie stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Die Binturongs (auch Marderbären genannt) gelten zwar als etwas eigenartiges leicht plumpe, aber bis ins hohe Alter als verspielte Raubtiere, was sie für Zoobesucher überaus interessant macht.


„Es ist ein Junge“

Bu, die Gürteltiermama, entrollt sich beim Pressetermin irgendwann und zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit. Was sich wiederum auf ihr Kind überträgt, das plötzlich auf seinen Beinchen steht, angehoben werden kann und Olaf Lohnitz zu der Erkenntnis kommen lässt: „Es ist ein Junge“.

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