Fernbus-Bahnhof und Fahrradparkhaus am Dresdner Hauptbahnhof wurden schon 2020 öffentlich vorgestellt, die Baugenehmigung liegt längt vor, nur der Baustart verzögerte sich bisher immer wieder. Grund: Gestiegene Baukosten und schwierige Finanzierungslage. Jetzt soll das Projekt „Network-Hub“ den Eigentümer wechseln und damit der Realisierung einen wichtigen Schritt näherkommen.
Die S&G Development GmbH mit Sitz in Leipzig, die das Vorhaben bisher plante und auf den Weg brachte, wird den „Network-Hub“ an die Simmel Holding verkaufen. Derzeit würden dazu die finalen Gespräche laufen. „Mit der Simmel Holding haben wir einen starken Partner gefunden, um das Vorhaben zu Ende zu führen. Herr Simmel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine starke wirtschaftliche Basis geschaffen, die sicherstellt, auch in schwierigen Zeiten solche Projekte in die Tat umzusetzen“, so Dr. Ingo Seidemann von, Geschäftsführer der S&G Development GmbH. „Das Fernbusterminal mit Fahrradparkhaus ist ein anspruchsvolles und für Dresden gleichzeitig ungemein wichtiges Projekt. Da mir Dresden sehr am Herzen liegt, engagiere ich mich für das Projekt. Wir wollen es zügig in die Umsetzung bringen“, ergänzt Peter Simmel, Geschäftsführer der Simmel-Holding.
Stadt erhöht Zuschuss
Das Fernbusterminal samt Fahrradparkhaus sind sehr wichtig für die Stadt. Sie wird deshalb den Zuschuss für das Fahrradparkhaus von den bereits beschlossenen 1,5 Millionen auf 2,5 Millionen Euro zu erhöhen. „Dresden hat ein großes Interesse daran, dass der lange geplante Fernbusbahnhof, der das unzulängliche Provisorium südlich des Hauptbahnhofs ablöst, endlich gebaut wird“, bekräftigt Baubürgermeister Stephan Kühn. Städtebaulich sei das Vorhaben ein wichtiger Beitrag, um das Umfeld des Hauptbahnhofs und Wiener Platzes aufzuwerten. Der Bedarf für ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof sei offenkundig. „Die Übernahme durch die Simmel Holding ist eine gute Nachricht.“ Mit der Erhöhung des Zuschusses will die Stadt sicherstellen, dass das Vorhaben trotz schwierigem baukonjunkturellem Umfeld zeitnah umgesetzt werden kann. Das Fahrradparkhaus soll mindestens 20 Jahre lang privat betrieben wird, so ist es vertraglich festgelegt. Der Zuschuss sowie dessen Erhöhung solle aus den Einnahmen der Stellplatzablöse finanziert werden. Eine entsprechende Stadtratsvorlage hat die Verwaltung dafür auf den Weg gebracht.
Projekt Network-Hub
Der geplante Gebäudekomplex an der Westseite des Wiener Platzes wird aus vier miteinander verbundenen Baukörpern unterschiedlicher Höhe bestehen. Es soll ein über 43 Meter hohes Hochhaus direkt am Platz gebaut werden, dazu ein überdachtes Fernbusterminal mit zehn Bussteigen, ein Fahrradparkhaus mit 800 Plätzen sowie Räumlichkeiten für Gastronomie und Boardinghouse. Zudem sind Büroflächen und Servicebereiche vorgesehen. Im Sommer 2026 sollen die Arbeiten endlich beginnen, mit der Fertigstellung wird 2030 gerechnet. Die ursprünglichen Pläne sahen einen Baustart 2022, dann 2023, dann Ende 2024/Anfang25 vor. Die geplanten Kosten lagen bei der Vorstellung des Projekts vor sechs Jahren bei 80 Millionen Euro. Mittlerweile stiegen sie auf schätzungsweise 100 Millionen Euro. Den Architekturentwurf lieferte das Architekturbüro Knerer und Lang aus Dresden.