Wie die Elbe beim Heizen hilft

Flusswasserwärmepumpe
Visualisierung des Entwurfs, Ansicht vom Ostrapark in Richtung Elbe Quelle ZILA

Noch ist es Zukunftsmusik – aber die klingt gut. SachsenEnergie wird eine große Flusswasserwärmepumpe bauen. Ab 2031 soll die Wärme der Elbe dann in Fernwärme umgewandelt und ins lokale Fernwärmenetz eingespeist werden. Damit können dann bis zu 45.000 Dresdner Haushalte versorgt werden. Rund 16 Prozent der in Dresden benötigten Fernwärme kann damit CO2-frei erzeugt werden.

Um das Vorhaben zu verwirklichen, soll an der Marienbrücke eine 50 Megawatt starke Flusswasserwärmepumpe gebaut werden. Mit ihr wird dem Wasser thermische Energie entzogen und in nutzbare Wärme umgewandelt. Anschließend gelangt die gewonnene Wärme in das zentrale Fernheiznetz und zu den Fernwärmekunden. Für diesen Prozess entnimmt die Wärmepumpe der Elbe rund 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Nach dem Umwandlungsprozess fließt das etwa drei Grad Celsius kälter Wasser wieder vollständig in die Elbe zurück. Die genutzte Wassermenge entspricht ungefähr einem Prozent der gesamten Wassermenge des Flusses. Bis zu 300.000 Megawattstunden Wärme soll die geplante Flusswasserwärmepumpe jährlich erzeugen.

Projekt erst ganz am Anfang

Die umfangreichen Planungen für die Großwärmepumpe haben schon 2023 begonnen und werden noch bis 2028 dauern. Mit der Leistung von 50 Megawatt ist es die bisher größte Wärmepumpe, die SachsenEnergie plant. Entsprechend groß wird das Gebäude für die Anlage werden:18 Meter hoch, 50 Meter lang und 35 Meter breit. In einem Wettbewerbsverfahren hat eine Fachjury aus vier Entwürfen verschiedener Architekturbüros den Siegerentwurf gewählt. Der kommt von den Leipziger ZILA Architekt.innen. Der Neubau, der unterhalb der Marienbrücke an der Kreuzung Ostra-Ufer und Pieschener Allee (heute noch Parkplatz u.a. für Rummel) entstehen wird, greift laut Jury am besten die Dresdner Industriearchitektur entlang der Bahnlinie vom Kraftwerk Mitte auf. Die Fassade aus Klinker und Streckmetall füge das Gebäude harmonisch in das Stadtbild ein und knüpfe an die lokale Bautradition an. Entlang der zum Elberadweg gerichteten Fassade entsteht auf ganzer Länge eine überdachte Sitzgelegenheit und ein begrünter Sockelbereich.
Rund 92 Millionen will SachsenEnergie in die Flusswasserwärmepumpe investieren. Das Unternehmen hofft dabei auf eine Förderung durch den Bund in Höhe von 30 bis 35 Millionen Euro.