Ab 22. Juni bis September 2026 wird der Zustand des Straßennetzes systematisch und digital erfasst. Das übernimmt ein orangefarbenes Spezialfahrzeug mit hochpräziser Mess- und Abbildungstechnik. An Bord hat es Laserscanner, Mess-Sensoren und hochauflösende Kameras. Neben Straßenschäden wie Schlaglöchern, Spurrinnen oder Erhebungen können Rissbildungen ab einer Breite von 0,5 Millimeter erfasst und bewertet werden.
Kombination mit Straßensensoren
Die mit dem Messfahrzeug gewonnenen Informationen werden mit Sensordaten von fünf Messstellen im Stadtgebiet ergänzt. Diese befinden sich auf der Tharandter Straße, Dohnaer Straße, Washingtonstraße, und ab Juli/August auch auf der Bergstraße und der Stauffenbergallee. Die Messstellen besitzen jeweils mehrere Sensoren. Erfasst wird das Gewicht der Fahrzeuge, die über die Messstellen fahren, sowie die Temperaturen der Oberfläche und in der Tiefe der Straße. So lässt sich erkennen, wie sich Hitze, Kälte und das Fahrzeuggewicht im Jahresverlauf auf die Fahrbahn auswirken und wie stark die Fahrbahn beansprucht wird und altert.
Die Auswertung der Sensordaten und der Daten aus der Befahrung soll dem Straßen- und Tiefbauamt künftig eine softwaregestützte Prognose ermöglichen, welche Straßen in welcher Priorität saniert werden müssen, um diese langfristig zu erhalten. Wichtig für eine realistische Prognose ist eine kontinuierliche Erhebung der Daten über mehrere Jahre. Bereits 2015 und 2021 fanden solche Befahrungen im Rahmen des Modellprojekts Smart City statt.
Das Projekt nennt sich „Strategisches Erhaltungsmanagement“ und kostet rund 1,3 Millionen Euro . 65 Prozent davon wird mit Fördermitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des Smart City Förderprogramms des Bundesbauministeriums gefördert, 35 Prozent finanziert die Stadt Dresden.
Die jetzt beginnende Messbefahrung umfasst rund 1.830 Kilometer im Dresdner Straßennetz und kostet gemeinsam mit der Auswertung rund 380.000 Euro. Alle erfassten Daten dienen ausschließlich der Ermittlung des Straßenzustandes und stehen nur den autorisierten Nutzern zur Verfügung. Personenbezogene Daten werden anonymisiert. Die Auswertung der Daten übernehmen mehrere Firmen, die in Kürze feststehen.