Radeberg beschließt Machbarkeitsstudie für autonomes Fahren

Autonomes Fahren
Dieses Bus fährtbereits zwischen S-Bahnhof Rackwitz und Schladitzer Bucht. Foto: Bastian Raabe

Gibt es konkrete Einsatzmöglichkeiten für autonome Verkehrssysteme in der Großen Kreisstadt Radeberg? Eine Studie soll das prüfen und damit die Grundlage für ein mögliches späteres Verkehrsprojekt schaffen. Deshalb beschloss der Stadtrat von Radeberg jetzt eine Machbarkeisstudie.

Radeberg schaut auf Dresden, genauer auf den Norden der Landeshauptstadt. Denn hier entsteht mit ESMC eine gigantische neue Halbleiterfabrik mit tausenden neuen Fach- und Arbeitskräften. Und die werden nicht nur in Dresden wohnen, sondern auch in Ballungsräumen rund um die Landeshauptstadt wie zum Beispiel in Radeberg. Das wiederum macht gute Verkehrsanbindungen umso wichtiger.

Darum wird die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben

Fakt ist: Im Vergleich zum privaten Pkw-Verkehr ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) außerhalb von Metropolräumen bislang nicht konkurrenzfähig, insbesondere in Bezug auf Abdeckung, Taktung und Reisedauer. Hinzu kommt ein zunehmender Mangel an qualifizierten Busfahrpersonal, der außerdem noch durch hohe Zugangsvoraussetzungen und den demografischen Wandel verstärkt wird. Autonomes Fahren ist daher ein möglicher Ansatz für Verbesserungen.

Wie also können gute Verkehrsanbindungen in Radeberg aussehen – insbesondere von Bahnhof und Innenstadt zu den bestehenden Gewerbegebieten an der Heide- und der Pillnitzer Straße sowie zum geplanten Gewerbegebiet Radeberg Ost? Wo bestehen die größten Bedarfe und welche Gebiete lassen sich gut beziehungsweise schlecht automatisieren? Genau das soll die Studie klären. Untersucht werden dabei möglich Linien und Routen, die Automatisierbarkeit dieser Strecken, es bedarf eines Bedien- und Betriebskonzepts und nicht zuletzt muss die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines späteren Betriebs bewertet werden.

Sind alles Fakten zusammengetragen, dient die Machbarkeitsstudie als faktenbasierte Diskussionsgrundlage für Gespräche mit dem Landkreis Bautzen, dem ZVVO als potentiellen Betreiber der Fahrzeuge sowie potenziellen Investoren.

Was kostet die Studie?

Die Studie kostet rund 150.000 Euro und soll unter der Voraussetzung durchgeführt werden, dass Fördermittel aus dem Programm „RL Mobilität EFRE/JTF 2021–2027“ bewilligt werden. Bei einer Förderquote von 75 Prozent werden 112.500 Euro über Fördermittel abgedeckt, 37.500 Euro bringt die Stadt aus Eigenmitteln auf, die aus Mehreinnahmen bei Zinsen bereitgestellt werden.

„Mit der Machbarkeitsstudie haben wir ein Leuchtturmprojekt vor uns, dass mit Sicherheit über die Stadtgrenzen hinaus in den Landkreis Bautzen und den gesamten Freistaat Sachsen ausstrahlen wird. Radeberg präsentiert sich damit als Stadt der Zukunft. Die Zustimmung des Stadtrates ist ein wichtiges Signal dafür, dass wir das Thema moderne Mobilität selbst aktiv gestalten wollen“, so Radebergs OB Frank Höhme.