Im Oktober soll der Dresdner Stadtrat über neue Abfallgebühren ab Januar 2027 entscheiden. Die Stadt will die Gebühren nach eigener Aussage „moderat um durchschnittlich 4,3 Prozent“ erhöhen. Grundlage bei der Berechnung bilden geplante Abfallmengen und die voraussichtliche Kostenentwicklung für 2027/28.
Blaue Tonne bleibt gratis – mit Einschränkung
Die Sammlung von Altpapier mit der Blauen Tonne am Haus oder über den Wertstoffcontainer soll weiterhin gebührenfrei bleiben. Allerdings mit einer Einschränkung: Werden Pappen und Kartonagen nicht zerkleinert, sondern einfach neben der Tonne zur Abfuhr bereitgestellt, sind diese sogenannten „Nebenablagerungen“ künftig mit einer Gebühr belegt. Begründet wird dies mit dem hohen manuellen Zeitaufwand für das Abfuhrpersonal, was zu längeren Touren und höheren Sammelkosten führt. Diese Gebühren trägt der Grundstückseigentümer, der sie dann per Nebenkostenabrechnung an die Mieter weitergibt. Pro angefangene 240-Liter-Einheit betragen die Kosten 26,34 Euro.
Neu eingeführt werden auch Transportweggebühren für die Blaue Tonne. Wer einen Standplatz mit mehr als 15 Meter Entfernung zum Entsorgungsfahrzeug hat und dennoch Vollservice in Anspruch nehmen möchte, kann von diesem Angebot Gebrauch machen. Wie bereits für Bio- und Restabfallbehälter berechnet sich die Gebühr nach der Entfernung des Standplatzes. Alternativ zum Vollservice können Grundstückseigentümer die Behälter auch selbstständig am Leerungstag bereitstellen oder diese Leistung an andere Unternehmen vergeben.
Umsatzsteuer auf einzelne Leistungen
Einige Leistungen unterliegen darüber hinaus ab 2027 der Umsatzsteuerpflicht nach § 2b Umsatzsteuergesetz. Das betrifft nicht nur sämtliche Transportweggebühren, sondern auch die Gebühren für die Abholung von Sperrmüll und Haushaltsgroßgeräten. Ab 2027 gilt eine Gebühr von 26,18 Euro für die Abholung von Sperrmüll oder Elektro-Altgeräten. In der Expressvariante sind 78,54 Euro fällig. Die darin enthaltene Umsatzsteuer wird gesondert auf dem Gebührenbescheid ausgewiesen.
Weiterhin gebührenfrei
Gebührenfrei bleiben die halbjährliche Abgabe von vier Kubikmeter Sperrmüll oder von Elektro-Altgeräten auf dem Wertstoffhof. Ebenso die mobilen Sammlungen für Schadstoffe sowie für Weihnachtsbäume.
Der Stadtrat wird am 29. Oktober über die neuen Abfallgebühren entscheiden, zur geht der Entwurf in die Ausschüsse für Umwelt und Kommunalwirtschaft sowie Finanzen und Liegenschaften.
Alle Infos auf www.dresden.de/abfall, am Abfall-Info-Telefon 0351-4889633 und per E-Mail an abfallberatung@dresden.de