Wer mag wohl damals bei seiner Beerdigung 1923 hier an seinem Grab gestanden haben?“ Die Frage von Mario Weidner ist eine rhetorische. „Vielleicht war es sein Nachfolger Fritz Hörnlein, denn Max Barduleck blieb ja ledig und hatte keine Kinder.“
Was direkt zur nächsten Frage führt: Max wer? Nicht viele Dresdner werden mit dem Namen Barduleck eine Dresdner Persönlichkeit verbinden, deren Werk buchstäblich durch tausende Hände ging. Denn der 1846 in Dresden geborene Friedrich Johannes Maximilian Barduleck war Königlich Sächsischer Münzgraveur. Er hätte auch ein berühmter Maler werden können, immerhin studierte er an der Dresdner Kunstakademie bei Ludwig Richter. Aber Max entschied sich letztlich, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und Graveur zu werden. 1865 an der Sächsischen Münze als Hilfsgraveur angestellt, stieg er in kurzer Zeit zum Königlich Sächsischen Münzgraveur auf. Fast 40 Jahre lang schnitt und modellierte er an der einzigen Münzstätte im Königreich Sachsen die amtlich geprägten sächsischen Medaillen und Münzen. Lange befand sich diese in Dresden nahe des Schlosses – die heutige Münzgasse weist seit 1849 mit ihrem Namen darauf hin. Nach deren Erweiterung und Modernisierung war er dann bis 1911 an der neuen sächsischen Münzstätte Muldenhütten tätig.
Mit Fug und Recht kann also behauptet werden: Bardulecks Werk, also die von ihm entworfenen über 200 Münzen und Medaillen, ging durch abertausende Hände.
Ein Gedenkstein auf ehemaliger Grabstätte
Max Barduleck starb 1923 in Dresden, beerdigt wurde er auf dem Alten Katholischen Friedhof an der Friedrichstraße. Das Grab gibt es seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr, trotzdem kehrte der Münzmacher jetzt dorthin zurück. Denn der Numismatrische Verein zu Dresden, 1873 gegründet, hat seinem einstigen Ehrenmitglied einen Gedenkstein gestiftet. Der steht jetzt fast an jener Stelle, wo Barduleck einst beerdigt wurde – zwischen den Gräbern seiner Geschwister und seiner Eltern. „Nicht im Grabe suche mich, aus den Sternen grüße ich dich“ ist darauf zu lesen. „Dieser Spruch stand einst auf seinem Grabstein“, weiß Vereinsmitglied Gert Rothe. Er hat sich maßgeblich um die Gestaltung der metallenen Grabplatte auf dem Stein gekümmert.
Die neue Erinnerungsstätte an den letzten Sächsisch-Königlichen Münzgraveur sei „ein Geschenk für den Friedhof und die Stadtgesellschaft“, sagt Birgit Hemm von der Friedhof-Stiftung. Oder wie es Mario Weidner, der Vorsitzender des Numismatischen Vereins zu Dresden, bekundet: „Max Barduleck hat jetzt wieder ein Gesicht“.