Darauf haben alle Beteiligten lange gewartet: Am 29. August erhielt Radebergs Oberbürgermeister Frank Höhme aus den Händen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen Fördermittelbescheid über 7,36 Millionen Euro für die Sanierung der Hüttermühle entgegengenommen. Damit ist der Weg frei, das seit Jahren leer stehende Gebäude zu sichern, denkmalgerecht zu sanieren und wieder mit Leben zu füllen.
Mit dem Geld „erhalten wir nun die Chance, dieses besondere Stück Stadtgeschichte zu bewahren und vor allem wieder erlebbar zu machen“, freut sich Oberbürgermeister Frank Höhme.
Die Stadt Radeberg hatte sich 2023 nach Zustimmung des Stadtrates als letzten Versuch der Wiederbelebung der Hüttermühle um Gelder aus dem Strukturmittelfonds beworben. Zuvor wurde der Verkauf des Areals forciert, dies lehnte der Stadtrat jedoch 2021 einstimmig ab. Im Anschluss bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern aller Fraktionen, der Verwaltung und des Hüttertalvereins, die mehrheitlich favorisiert hat, die Hüttermühle nicht zu verkaufen, sondern im Eigentum der Stadt Radeberg zu behalten und in kommunaler Eigenregie zu entwickeln.
Nach Beratungen mit der Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) stand fest, dass die Sanierung der Hüttermühle nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen mit einem Fördersatz von 90% förderfähig sein könnte. Die SAS hatte auch zunächst grünes Licht für den Erhalt von bis zu 10 Millionen Euro an Fördermitteln gegeben, wonach die Sanierung der Hüttermühle bereits Ende 2026 hätte abgeschlossen sein müssen. Doch dann waren die Gelder für die erste Förderperiode aufgebraucht, zugleich mehrte sich Frust in den Braunkohleregionen, dass die Gelder in Gegenden weitab von Braunkohlerevieren fließen. Die Förderkulisse hat jedoch eine Bewerbung Radebergs zugelassen, da sich Radeberg als Teil des Landkreises Bautzen bewerben konnte.
Eine wirtschaftliche Nutzung des Areals der Hüttermühle ist bereits für das 16. Jahrhundert belegt.Die Mühle wurde unter anderem als Walk-, Brettschneide- und Mahlmühle genutzt. Seit 1870 gehörte auch eine Gastwirtschaft dazu. Nach einer grundlegenden Sanierung und dem Wiederaufbau in den 1970er-Jahren wurde sie als Gaststätte weitergeführt, bevor der Betrieb 2010 eingestellt wurde. Seitdem steht das Gebäude leer und verfällt zunehmend.