Bewohner von Städten, die an größeren Flüssen liegen, wie Dresden ja auch, bekommen immer mal wieder gezeigt, dass ein Fluss keine Regeln kennt, denn er verlässt auch hin und wieder mal sein ihm zugewiesenes Bett. Hat die Elbe mal wieder Hochwasser, bleiben auf den Straßen in Ufernähe, über Tage oder Wochen hinweg, Schlamm- und Salzrückstände zurück. Woran nicht jeder von uns denken mag, dieser Schlamm befindet sich logischer Weise dann auch mindestens an der Unterseite unserer Autos. Für beispielsweise die Bremsscheiben des Autos bedeutet diese Kombination aus Feuchtigkeit und salzhaltigen Ablagerungen eine Art Korrosionsturbo, was über das übliche Maß an Flugrost hinausgeht und für Fahrer und Insassen möglicher Weise eine sicherheitsrelevante Einschränkung darstellen kann.
Salz senkt zwar die Oberflächenspannung von Wasser und wird häufig zur Enteisung oder Reinigung genutzt, greift aber gleichzeitig ungeschützte Metallflächen chemisch an. Bremsscheiben, die nach Hochwasserereignissen wiederholt mit salzhaltigem Schlammwasser in Kontakt kommen, zeigen dadurch oft deutlich schneller Rostbefall als unter normalen Witterungsbedingungen. Wer den Zustand seiner Bremsen nach einem solchen Ereignis lieber prüfen und gegebenen Falles austauschen lässt, ist auf der sichereren Seite! Eine zum Auto passende Bremsscheibe auf autodoc.de zu finden, sollte inzwischen auch für jeden von uns ein Kinderspiel sein. Dafür sollte man nur unbedingt immer seine Zulassung mit zur Hand haben.
Hochwasser und deren Folgen belasten die Bremsscheiben besonders stark
Nach einem Hochwasser spielen mehrere Faktoren dabei eine Rolle:
- Salzhaltige Schlammrückstände auf den Straßen, die oft über längere Zeit liegen bleiben, bis sie vollständig entfernt oder weggewaschen sind.
- Häufiger Kontakt mit stehendem, verschmutztem Wasser beim Durchfahren betroffener Straßenabschnitte.
- Zusätzlicher Streusalzeinsatz bei Winterhochwassern.
- Sehr lange Feuchtigkeitseinwirkung auf die Autos, da betroffene Bereiche oft nur recht langsam abtrocknen.

Diese Kombination führt eben genau dazu, dass nicht nur die Bremsscheiben, der Autos, in den betroffenen Stadtteilen, nach einem Hochwasserereignis, deutlich stärkeren, teils tieferliegenden Rostbefall zeigen. Um zu verstehen, warum Feuchtigkeit und Salz einer Bremsscheibe so zusetzen, lohnt sich ein Blick auf das Material. Bremsscheiben bestehen meistens aus Grauguss mit Lamellengraphit, wobei die verwendeten Gussqualitäten nur sehr geringe Anteile an korrosionsmindernden Legierungselementen enthalten. Das erklärt, warum selbst neue Scheiben, schon nach kurzer Exposition gegenüber Nässe, Schneematsch oder Tausalz, erste Rostspuren zeigen. Ob eine betroffene Scheibe trotz Rostbefall noch verkehrssicher ist, lässt sich nicht nach Gefühl beurteilen, sondern anhand fester technischer Grenzwerte, die Werkstätten bei der Prüfung heranziehen.
| Kennwert | Richtwert |
| Mindestdicke (Standardfahrzeug) | ca. 22 mm, Verschleißgrenze meist 2–4 mm unter Neuzustand |
| Zulässiger Seitenschlag | max. 0,05 mm |
| Riefentiefe als Austauschgrund | ab ca. 0,5 mm |
| Durchschnittliche Lebensdauer | 30.000–70.000 km |
Hochwasserfolgen sind als ein Sonderfall zu betrachten, denn Bremsen sind für gleichmäßigen, mechanischen Verschleiß über viele viele Kilometer konstruiert worden, nicht für punktuelle, chemisch bedingte Korrosionseinwirkungen, welche sich ungleichmäßig in die Scheibe frisst. Eine Scheibe kann rechnerisch noch weit von der Mindestdicke entfernt sein und trotzdem durch tiefen, salzbedingten Lochfraß an einer einzigen Stelle ihre Funktion verlieren. Ein weiterer Fakt, der die besondere Aufmerksamkeit nach einem Hochwasser unterstreicht, ist der, dass schon wenige Stunden Standzeit, bei hoher Luftfeuchtigkeit ausreichen, damit sich ein feiner Flugrostfilm auf der Scheibe bildet. Unter normalen Bedingungen trägt sich dieser Film beim nächsten Bremsen wieder gleichmäßig ab. Bleibt die Feuchtigkeit jedoch, wie oft nach einem Hochwasser, über Tage bestehen und ist zusätzlich noch mit allerlei chemischen Verunreinigungen angereichert, die das Wasser aus überfluteten Betrieben oder der Landwirtschaft mitgebracht hat, kann sich aus dem oberflächlichen Flugrost eine tiefere, strukturelle Korrosion entwickeln und das nicht allein nur an den Bremsen.
Fortgeschrittene Korrosion an der Bremse selber erkennen
Genau weil punktueller Rostfraß die genannten Grenzwerte umgehen kann, reicht eine reine Dickenmessung nach einem Hochwasser eigentlich nicht aus! Es lohnt ein Blick auf typische Warnsignale, die auf tieferliegende statt nur oberflächliche Korrosion hindeuten. Bleibt Rost auch nach mehreren Bremsvorgängen sichtbar bestehen, statt sich wie üblich abzutragen, deutet das auf eine möglicherweise tieferliegende Korrosion hin. Zeigen sich am Scheibenrand sichtbare Rostränder oder gar kleine Löcher, handelt es sich in der Regel bereits um fortgeschrittene, chemisch bedingte Korrosion. Auch spürbare Vibrationen beim Bremsen sind ein Warnsignal, sie sprechen für eine ungleichmäßig abgetragene oder verzogene Scheibe. Ein deutlich verlängerter Bremsweg schließlich weist auf eine reduzierte Reibleistung hin, die entweder durch Rost oder durch fortgeschrittenen Verschleiß verursacht wird. Zeigt sich eines dieser Anzeichen, heißt es spätestens jetzt, mal bei einer Auto-Werkstatt vorzusprechen.
Warum Salz nach Hochwasser anders wirkt als gewöhnliches Streusalz Streusalz im Winter wird meist gezielt und in begrenzten Mengen ausgebracht. Nach einem Hochwasser dagegen verteilen sich salzhaltige Sedimente unkontrolliert über größere Flächen und bleiben oft tagelang liegen, bevor sie wieder vollständig entfernt sind. Diese lange, großflächige Einwirkzeit ist der Hauptgrund, warum die Korrosion an Bremsscheiben in solchen Situationen schneller fortschreitet als bei normalem Winterbetrieb.

So schützen Sie Ihr Auto nach einem Hochwasser
- Auto nach Fahrten durch verschlammte Straßen möglichst zeitnah waschen, um Salz- und Schlammrückstände zu entfernen.
- Bremsscheiben und am Unterboden befindliche Teile nach einem Hochwasser gezielt auf Rostbefall prüfen lassen, auch ohne akute Symptome.
- Regelmäßig fahren statt lange stehen lassen, um leichten Flugrost abzutragen, bevor er sich festsetzt und in die Tiefe geht.
- Ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen nach Fahrten durch betroffene Straßen ernst nehmen.
Wann ein Austausch nötig ist
Zeigen sich tiefergehender Rost, Vibrationen beim Bremsen oder ein spürbar verlängerter Bremsweg, sollten die Bremsscheiben zeitnah geprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden. Liegt die gemessene Dicke bereits nahe der Mindestdicke oder ist der Seitenschlag höher als 0,05 mm, ist ein Wechsel unabhängig vom Hochwasserereignis ohnehin fällig. Wer nach einem Elbe-Hochwasser regelmäßig durch betroffene Dresdner Straßen fährt, sollte den Zustand der Bremsscheiben also besonders aufmerksam beobachten, die Kombination aus Feuchtigkeit und Salz setzt diesem Bauteil deutlich stärker zu als gewöhnliche Witterungsbedingungen.