Geschichten aus 100 Jahren Arnhold-Bad

Arnhold Bad
Dresden, Georg-Arnhold-Bad, 1926 eingeweiht. Postkarte um 1930 Sammlung Holger Naumann Freizeit, Bad, Schwimmbad, historisch

Ein neues Buch erzählt die Geschichte des Georg-Arnhold-Bades in Dresden. Am 14. September laden das Amt für Kultur und Denkmalschutz, die Städtischen Bibliotheken Dresden, das Stadtarchiv Dresden und die Dresdner Bäder GmbH zu einem Abend in die Zentralbibliothek ein, bei dem das Buch im Mittelpunkt steht.

Wer in Dresden aufgewachsen ist, kennt die „Stadtpfütze“. So nannte man in den 1970er Jahren jedenfalls das Georg-Arnhold-Bad. Nach der Schule mit der Bahn hingefahren, geplanscht und vom Turm gesprungen, schwimmen gelernt, auf dem Rückweg am „Fucikplatz“ am Haselbauer-Stand Schlangestehen für eine Eismuschel – so verbrachten wahrscheinlich tausenden heutige Boomer ihre Kindheit.

Am 4. Juni 1926 wurde das Bad für die Dresdner Öffentlichkeit freigegeben, neun Tage zuvor, am 27. Mai, war es feierlich in städtische Hand übergeben worden. Dass es neben der damaligen Ilgen-Kampfbahn (heute Dynamo-Stadion) überhaupt gebaut werden konnte, ist Georg Arnhold zu verdanken. Der jüdische Geheimrat, Bankier und Mäzen übernahm drei Viertel der Baukosten von 400.000 Reichsmark, weshalb das Bad bereits bei seiner Einweihung dessen Namen trug.

Das 100 Meter lange und 30 Meter breite Stahlbeton-Schwimmbecken, der Sprungturm mit Podesten auf drei, fünf und zehn Metern inklusive einer über vier Meter tiefen Sprunggrube sowie die jeweils acht Startblöcke an beiden Querseiten und die beiden Besuchertribünen an den Längsseiten für bis zu 5.000 Zuschauer machten das Bad von Anfang an zu einer beliebten Wettkampstätte. Hier fanden Deutsche Schwimmmeisterschaften und Länderwettkämpfe statt. Und dass dieses Bad für die Menschen der Stadt gebaut worden war, zeigen die sehr moderaten Eintrittspreise. So zahlten Erwachsene damals für eine Tageskarte 30 Pfennige, Mitglieder von Schwimmvereinen die Hälfte – kein Wunder, dass sich diese Sportstätte schnell großer Beliebtheit erfreute.

Schon im Sommer 1945 ging der Badebetrieb weiter, drei Jahre später hieß es wieder Georg-Arnhold-Bad. In den 1950er Jahren wurde das 100-Meter-Becken in drei Bereiche geteilt mit 25-Meter- und 50-Meter-Bahn geteilt, der obere Bereich des Sprungturms blieb ab Ende der 1970er Jahre gesperrt. Grundlegend umgebaut und saniert wurde die „Stadtpfütze“ Mitte der 90er Jahre.Gerard und Henry Arnhold, die Enkel von Georg Arnhold, spendeten dafür fünf Millionen Mark. 1997 wurde das Hallenbad neu gebaut, 2017 die neue Saunalandschaft.

Über die Geschichte des Bades hat Lars Kühl, Sprecher des Dresdner Bäderbetriebes, ein Buch geschrieben: Dresdens Arnhold-Bad. 1926 bis 2026. „Hervorragend recherchiert, stilistisch perfekt. Ein gelungener Aufschlag zur Bädergeschichte Dresdens, die weiterer Forschungen bedarf“, lobt Thomas Kübler, Leiter des Stadtarchivs Dresden. Am 14. September wird das Buch in der Zentralbibliothek im Kulturpalast vorgestellt, Beginn ist 19 Uhr, Tickets (9€, Nutzer 6€) gibt es am Serviceschalter im 2. OG.