Weltweit einmalig: Bei Bombastus werden Salbei-Wurzeln zum Magenbitter

Bombastus Salbei
Cindy Richter bearbeitet in den Bombastus-Werken Salbeiwurzeln. Diese werden in eine spezielle alkoholische Lösung eingelegt, wo sie über einen bestimmten Zeitraum ihre Inhaltsstoffe abgeben.   PR Sabine Mutschke

Wenn Cindy Richter in diesem Tag zur Axt greift und damit Wurzeln bearbeitet, dann sieht das zumindest etwas gewöhnungsbedürftig aus in einem Unternehmen, das neben Tee auch Arzneimittel, Schüßler-Salze, pharmazeutische Grundstoffe, Mund- und Hautpflegeprodukte, Ätherische Öle, Basisöle und Duft-Essenzen herstellt. Doch die zupackende Frau und ihre Kollegen haben nichts Böses vor, im Gegenteil: Wenn alles gut läuft, dann stehen in einigen Monaten zwei spezielle Magenliköre in den Regalen von Apotheken und bei Bombastus in Freital.

Von der Blüte bis zur Wurzel

Der Naturheilmittel-Hersteller, dessen Geschichte bis ins Jahr 1904 zurück reicht, ist einer der größten Anbaubetriebe von mehrjährigem Salbei in Europa und nach eigener Recherche das weltweit einzige Unternehmen, das die Pflanze komplett verarbeitet. Die wächst hier zwischen Wurgwitz und Oberhermsdorf auf 13 Hektar Anbaufläche. Vom überwiegenden Teil der Pflanzen werden die Blätter für die Teeproduktion verwendet, im Frühsommer werden zudem auf ausgewählten Flächen auch die Blüten geerntet und zu einem Auszug verarbeitet.

Doch in diesen Tagen wird auch ein Teil der Wurzeln verarbeitet. Und zwar von Salbeipflanzen, die seit mindestens fünf Jahren in der Erde stehen. „Mit Beginn des Herbstes sammelt die Salbeipflanze in ihren Wurzeln alles, was sie für den Winter braucht“ erklärt Daniel Lehmann, Leiter der Abteilung Feldbau.
Das Roden erfolgt maschinell mit einem Spezialwerkzeug aus der eigenen Werkstatt, das an einen Traktor montiert wird und die Wurzeln im Boden lockert. Die werden dann per Hand aufgelesen, zunächst grob gereinigt und getrocknet. Danach kommen die Äxte ins Spiel, denn die stärksten Wurzelteile müssen (ebenfalls per Hand) abgehackt werden, bevor sie weiter ausgelesen, gewaschen und zum Schluss gehäckselt. werden. Rund 500 Kilogramm sollen so zusammenkommen.

Das Salbei-Häckselgut landet schließlich in großen 500-Liter-Steingut-Bottichen. Dort ruht es in einer speziellen alkoholischen Lösung und gibt über einen bestimmten Zeitraum seine wichtigen Inhaltsstoffe frei. Aus diesem Sud entstehen dann der Arhama®-Salbeiwurzel-Trunk, der als Bitter nach reichhaltigem Essen geschätzt wird, sowie Salvikör, der oder begleitend zum Essen genossenen kann.
Über 100 Jahre Erfahrung

Auf die Verarbeitung von Salbei hat sich Bombastus bereits 1914 spezialisiert. Momentan bewirtschaftet das Unternehmen mit seiner eigenen Feldbauabteilung insgesamt rund 40 Hektar Flächen. Auf dreizehn Hektar wächst Salbei. Im Unternehmen arbeiten 155 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, der Umsatz betrug im vergangenen etwa 13,35 Millionen Euro.