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„Alfons – jetzt noch Deutscherer“ – was darf man sich unter einem Kabarettabend mit diesem Titel vorstellen?

Ich werde die Geschichte meiner Einbürgerung erzählen und was das mit Olaf Scholz und einem brennenden Kühlschrank zu tun hatte. Das alles natürlich in meiner orangen Lieblingstrainingsjacke aus feinstem Dederon, dieser unglaublichen Kunstfaser aus der DDR. Leider habe ich nie die passende Hose dazu gefunden. Dann hätte das Programm aber auch „Jetzt noch Ost-Deutscherer“ heißen müssen.

Lassen Sie uns zurück zur Geschichte des Abends kommen.

Ich bin in Paris geboren, lebe schon lange in Deutschland und habe mittlerweile die doppelte Staatsbürgerschaft. Ich bin also die verkörperte deutsch-französische Freundschaft. Croissant und Curry-Wurst in einer Person, wenn man so will. Dieser Abend ist mein ganz persönlicher Blick auf die Entwicklung dieser Freundschaft. Angefangen bei kommunistischen Urzeitkrebsen bis hin zum Staatsbesuch als Deutscher in Frankreich. Es ist aber auch meine ganz persönliche Geschichte. Meine Großmutter, meine Grand-Mère, war Auschwitz-Überlebende. Natürlich habe ich mir die Frage gestellt: Will ich wirklich Deutscher werden? Und ich habe mir geantwortet: Ich will nicht – ich muss. Warum? Das erfährt man in diesem Stück.

Was erwartet das Publikum an diesem Abend mit Ihnen?

Es ist ein lustiges Programm, bei dem man sehr viel lacht, aber es gibt auch sehr stille Stellen. Es geht um Versöhnung und Menschlichkeit, es ist wie eine Umarmung – etwas, das wir alle brauchen können, in diesen Zeiten vielleicht sogar noch mehr als sonst.

Ihre Großmutter hat eine wichtige Rolle in Ihrem Leben gespielt – sie haben sogar eine Stiftung, die „Grand-Mère Stiftung“ gegründet – was hat es damit auf sich?

Das ist richtig. Ich bin stiften gegangen. So sagt man, glaube ich, in Deutschland. Meine Grand-Mère war eine großartige Frau. Trotz allem, was sie erleben musste, hat sie die Deutschen nie gehasst. Sie hat immer gesagt: Ich will niemanden hassen. Das einzige, was ich will, ist, dass so etwas nie wieder passiert. Das erzähle ich auch in „Jetzt noch Deutscherer“. Und daraus ist eine Idee geboren: Wir wollen möglichst vielen Schulklassen ermöglichen, dieses Stück zu sehen, um sich auf emotionale Art mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Und am nächsten Tag komme ich in die Schule für einen Workshop. Also, wenn Schulklassen oder Lehrkräfte Interesse haben: Meldet Euch! Aus dieser Idee ist dann die Grand-Mère Stiftung entstanden, die Schulprojekte für Menschlichkeit und Demokratie organisiert.

Möchten Sie Ihrem Publikum noch etwas sagen?

Ich freue mich auf Euch! Wir werden einen schönen Abend miteinander haben – versprochen!

10.11., 18 Uhr,
Gerhardt-Hauptmann-Theater, Demianiplatz 2, 02826 Görlitz
Preis: 27 Euro; Tickets hier erhältlich

11.11., 19 Uhr,
Lausitzhalle, Lausitzer Platz 4, Preis ab 25,00€ I Schüler 7 Euro, Ticket-Hotline: 03571 – 904105
Tickets online unter: https://lausitzhalle.eventim-inhouse.de/