„Secondhand-Shopping“ wird populärer

Secondhand-Kleidung lässt sich zum Beispiel auf Flohmärkten finden. Foto: Janika Marx

Täglich überspülen neue Trends unsere Wahrnehmung. Es wird immer schwieriger, sich unter anderem modebewusst zu kleiden, denn was bedeutet „modebewusst“ überhaupt noch in der heutigen Zeit von Fast Fashion? Die manufaktierte Massenproduktion von Kleidungsgütern im Sekundentakt ermöglicht es dem Konsumenten, sich praktisch am laufenden Band eine neue Garderobe zuzulegen. Wer nicht mithalten kann, wird ausgeschlossen, abgewertet oder schlichtweg negativ wahrgenommen. Kleider machen schließlich immer noch Leute. Doch es lässt gerade sich auch ein positiver Wandel beobachten. Im Zuge der Nachhaltigkeit gewinnt der Begriff „Secondhand-Shopping“ an Popularität. Dabei geht es darum, gebrauchte Klamotten zu kaufen und ihnen dadurch ein zweites Leben zu geben. Für die 14-jährige Marie ist das eine attraktive Alternative. Sie kauft kaum noch Neues, sondern sucht lieber nach Schnäppchen auf Trödelmärkten und in Second-Hand-Läden. „Dadurch hat man ein viel besseres Gefühl beim Einkaufen und kann kleine Läden in Dresden unterstützen“, so die Schülerin. Secondhand-Shopping macht es also möglich, regelmäßig Waren zu konsumieren, ohne dass es die Umwelt oder den eigenen Geldbeutel belastet. „Wir sind hauptsächlich auf das Second-Hand-Shopping gekommen, weil wir sehr hochwertige Wollkleidung gefunden haben und dann hat sich das ganze zu einer Art Schatzsuche entwickelt,“ erklärt die 27 Jährige Lisa. Sie und ihr Lebensgefährte gehen regelmäßig gebrauchte Klamotten kaufen um einzigartige Einzelstücke zu erwerben und sind begeistert von der Vielfalt und den fairen Preisen. Doch inwieweit wirkt dieser Trend vom Secondhand-Shopping nun wirklich gegen den Massenkonsum? Statistiken und Expertenmeinungen zeigen, dass auch weiterhin mit einem starken Anstieg der Umsatzzahlen von Fast-Fashion Konzernen zu rechnen sei. Vor allem durch die wachsende Bevölkerung und den steigenden Wohlstand nimmt das Konsumverhalten der Menschen trotz erhöhtem Umweltbewusstsein zu. Online-Märkte treiben dies zusätzlich an. Durch die zunehmende Globalisierung lassen sich Waren von überall aus der Welt erwerben und zu jeder Uhrzeit mit einem einfachen Klick bestellen.

Wo gibt es Secondhand-Schnäppchen?

Gebrauchte Kleidung gibt es schon seit Jahrzehnten zu kaufen. Einst ein Armutszeugnis, heute Lifestyle Statement. Menschen sind bereit, mehr Geld hinzulegen, um SecondhandKleidung zu tragen. Der Gedanke der Nachhaltigkeit rückt dabei in den Hintergrund, und es geht wieder ausschließlich um die objektive Außenwahrnehmung. Eine Möglichkeit, gut erhaltene Artefakte zu kaufen, bietet sich in Dresden besonders in der Flohmarktsaison im Sommer. Eine tolle Möglichkeit, um nicht nur außergewöhnliche Kleidungsstücke zum niedrigen Preis zu erwerben, sondern auch um den eigenen Kleiderschrank auszumisten und die Sachen für einen kleinen Preis weiterzuverkaufen. Das sehen auch die beiden Studentinnen Aurica und Frederike so. Gemeinsam betreiben sie eine Stand auf dem Elbeflohmarkt, um sich für ihre Freizeitaktivitäten etwas dazuzuverdienen. „Bei uns kaufen eigentlich alle Milieus ein. Alt und Jung, Rentner und Arbeitende, Männer und Frauen, primär aber vor allem Frauen. Zu welchen Preisen wir die Sachen dann verkaufen, ist abhängig vom Zustand des Stückes und auch der Person, die sie kaufen will. Von einem 12- jähriges Mädchen werden wir natürlich nicht dasselbe verlangen wie von einer 20-jährigen Studentin“, erklären die beiden Freundinnen. Fazit: Secondhand-Shopping ist zwar ein Trend mit nachhaltigen Aspekten, um jedoch langfristig eine positive Wirkung zu haben, muss er in die breite Masse wortwörtlich getragen werden. Denn nur durch bewussten und umweltorientierten Konsum wird es möglich, dem Kapitalismus der großen Fast-Fashion-Konzerne entgegenzuwirken.