Warum sich eine Badewanne bei der ASB Tagespflege „Am Gorbitzer Hang“ so großer Beliebtheit erfreut
Badefee Simone hat schon das Wasser eingelassen, es duftet nach Badusan, der zarte weiße Schaum türmt sich. Auf diesen Moment freut sich Christiane Greul jede Woche: Wenn sie auf dem Badestuhl sitzt und damit ins warme Wasser gleitet. „Herrlich, das könnte ich jeden Tag machen“, lacht die 82-Jährige. Könnte sie theoretisch wirklich, macht sie aber nicht. Schließlich wollen ja auch andere Tagesgäste baden. „Die Wanne und auch unsere Dusche werden sehr gut angenommen“, bestätigt Kerstin Leuteritz, die Leiterin der ASB-Tagespflege „Am Gorbitzer Hang“. „Die meisten unserer Tagesgäste haben zu Hause nur eine Dusche – und selbst wenn sie eine Wanne haben, ist es für sie oft viel zu beschwerlich, das alleine zu machen.“ Frau Greul sei das beste Beispiel dafür: Vor etwa vier Jahren brach sie sich beim Duschen zu Hause den Rücken, hat seither Pflegestufe 4 und ist deshalb dankbar für die Hilfe, die sie hier in Anspruch nehmen kann. „Die Pflegewanne ist eine große Erleichterung – auch für die pflegenden Angehörigen. Und für unsere Tagesgäste ist es wie eine kleine zusätzliche Wellness-Auszeit“, ergänzt „Badefee“ Simone Haase.
Hier ist jeden Tag was los
Die ASB-Tagespflege Am Gorbitzer Hang wurde vor fünf Jahren eröffnet, die anfangs 17 Plätze waren schnell ausgebucht. Deshalb wurden zusätzliche Räume um- und ausgebaut, so dass sich die Kapazität auf 45 Plätze erhöht hat. „Im Schnitt haben wir täglich um die 25 Gäste im Haus, insgesamt betreuen wir derzeit um die 60 Personen. Manche kommen ein- bis zweimal pro Woche, andere sind jeden Tag hier“, erläutert Kerstin Leuteritz.
Zu letzteren gehört Christiane Greul, die täglich 7.15 Uhr vom Fahrdienst geholt und gegen 15.30 Uhr wieder nach Hause gebracht wird. „Ich wohne zwar hier in Gorbitz, gar nicht weit entfernt. Aber zu Fuß würde ich den Weg nicht schaffen.“ Außerdem fahre sie so gern Auto und weil sie schon seit den 1980er Jahren hier lebe und das Neubaugebiet seit seiner Entstehung kenne, wird sie von ihren Betreuern auch gern „unser lebendes Navi“ genannt. „Greulchen kennt jede Straße hier“, lacht Kerstin Leuteritz.
Die liebenswerte kleine alte Dame wiederum genießt jeden Tag in „ihrer“ Tagespflege, selbst den im März letzten Jahres eingeführten zusätzlichen Betreuungssamstag einmal im Monat verbringt sie in der Einrichtung. Diesen Tag hatten sich nicht nur die Tagesgäste gewünscht, sondern auch viele Angehörigen. „Sie nutzen die Zeit meist für eigne Vorhaben, Einkäufe oder den Hausputz. Wir sind die einzige Tagespflege in Dresden, die auch samstags betreut“, sagt die Leiterin stolz. Und Christiane Greul ergänzt: „Außerdem ist hier immer was los. Wir spielen Karten, lösen Kreuzworträtsel, lesen oder sitzen bei schönem Wetter in unserer ’Liebeslaube’ draußen im Garten.“ Es gibt eine kleine Werkstatt für Holz- und Näharbeiten, einen Fitnessraum, für Mittagsschläfchen stehen gemütliche Ruhesessel und Betten bereit, der große interaktive Spieltisch mit Touchscreen lockt jederzeit zum Spielen und dann gibt es noch die große Küche fürs gemeinsame kochen, schnippeln und backen. „Langweilig wird’s hier auf keinen Fall“, sagt Christiane Greul, die sich schon auf ihren Badetag nächste Woche freut.