Eine äußerst waghalsige Wette bei „Wetten, dass …“ endete für Samuel Koch 2010 mit einem dramatischen Unfall, bei dem er sich das Genick brach. Seither sitzt der heute 38-Jährige im Rollstuhl.
Doch aufgeben war für den jungen Mann nie eine Option. Vier Jahre nach dem Unfall beendete Koch sein kurz zuvor begonnenes Schauspielstudium mit Diplomabschluss und arbeitet seitdem erfolgreich in seinem Beruf. Er hat außerdem mehrere Bücher geschrieben und ist als gefragter Vortragsredner zum Thema Resilienz tätig. Koch unterstützt die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung und „wings for live“, die internationale Stiftung für Rückenmarkforschung, sowie die „Elfmeter-Stiftung“, die sich für Kinder mit Rückenmarksverletzungen einsetzt. Samuel Hoch ist seit August 2016 verheiratet und seit Dezember letzten Jahres Vater eines Sohnes.
Preis für sein Engagement im Verein
Dass er vom Dresdner Presseclub am 30.August auf Schloss Albrechtsberg mit dem 27. Erich-Kästner-Preis geehrt wird, hängt in erster Linie mit seinem sozialen Engagement im „Samuel Koch und Freunde e.V.“ zusammen. Der Verein setzt sich seit 2019 für die Barrierefreiheit in Kunst, Kultur und Freizeit ein und unterstützt darüber hinaus Menschen, die anderen in Notlagen zur Seite stehen, oft mit kräftezehrendem Engagement. „Samuel Koch steht wie kaum ein anderer für die Überzeugung, dass gesellschaftliche Teilhabe keine Frage körperlicher Voraussetzungen sein darf“, sagt Andreas Weller, Co-Vorsitzender des Presseclub Dresden. Koch verkörpere damit genau die Werte, „die wir mit dem Erich-Kästner-Preis seit mehr als drei Jahrzehnten würdigen.“ Die Laudatio spricht Bischöfin Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Wer bisher geehrt wurde
Der Presseclub Dresden vergibt den Preis seit 1994 an Persönlichkeiten, die sich um Toleranz, Humanität und Völkerverständigung verdient gemacht haben. Ausgezeichnet werden Menschen, die durch ihr Wirken in Kultur, Wirtschaft, Politik oder anderen Bereichen des öffentlichen Lebens Maßstäbe gesetzt und gesellschaftliche Verantwortung übernommen haben. Die Wahl erfolgt alle zwei Jahre in der Mitgliederversammlung des Vereins. Die Auszeichnung ist mit einer Skulptur des Bildhauers Vinzenz Wanitschke und einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden. Der Preisträger spendet das Geld für künstlerische, kulturelle oder karitative Projekte.
Der erste Erich-Kästner-Preis 1994 wurde an Ignatz Bubis verliehen. Auch Dr. Marion Gräfin Dönhoff, Richard von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher und Dieter Hildebrandt zählen zu den Preisträgern. Im Jahr 2024 wurde Natalija Bock, Mitgründerin des Ukrainischen Zentrums in Dresden, geehrt.
Der Presseclub Dresden wurde 1991 von Journalisten, Pressesprechern und PR-Fachleuten als eine Plattform zum Gespräch und Erfahrungsaustausch gegründet. Der gemeinnützige Verein hat rund 140 Mitglieder, die sich regelmäßig zu Clubabenden mit Gesprächspartnern aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Kunst treffen. Ein alljährlicher Höhepunkt im Clubleben ist das Netzwerktreffen „SommerSchwatz“. Die Verleihung des Erich-Kästner-Preises ist die bedeutendste Veranstaltung des Clubs.