Dresdens Luft: Sauber ist anders

Die Luftverschmutzung soll reduziert werden. Foto: Sven Ellger
Die Luftverschmutzung soll reduziert werden. Foto: Sven Ellger

Kohlendioxid ist in der Luft in Dresden ein ständiger Begleiter. Seit 2003 stagniert der CO2-Ausstoß pro Kopf, liegt bei etwa zehn Tonnen pro Einwohner. Dabei hatte sich die Stadt bereits 1994 verpflichtet, den CO2-Ausstoß alle zehn Jahre um fünf Prozent zu senken. Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) musste gestern bei der Vorstellung der Zahlen einräumen: „Die Zahlen von 2014 können nicht zufrieden stellen. Sie sind eine Herausforderung und legen zugleich die Potenziale von Dresden offen.“ Ein Problem ist der Strom aus verbrannter Kohle, der in den vergangenen Jahren zugenommen hat. „Im Industriesektor ist der CO2-Ausstoß überproportional gestiegen“, so Umweltamtsleiter Christian Korndörfer zu den Ursachen. Um überhaupt noch das Ziel von sechs Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr 2030 zu erreichen, müssten sich die Dresdner enorm anstrengen. „Künftig müssten pro Jahr drei bis vier Prozent CO2 eingespart werden“, so Korndörfer. Bisher sei man von einer notwendigen Reduktion von zwei Prozent jährlich ausgegangen. Die Umweltbürgermeisterin richtet jetzt extra einen Klimaschutzstab ein, der von Ina Helzig geleitet wird. 50 Vorhaben sind bereits geplant, um endlich weniger CO2 in die Luft zu blasen. Erste Zeichen: Bei energetischen Schulsanierungen konnte dieStadt zuletzt den Heizenergiebedarf um 38 Prozent senken. Wolfgang Deppe, Umweltsprecher der Grünen-Fraktion schimpft über die jetzt vorgestellten Zahlen: „Die Treibhausgasbilanz der Stadt ist eine große Enttäuschung. Während die Treibhausgasemission deutschlandweit von 2010 bis 2015 zumindest um vier Prozent gesunken ist, verzeichnet Dresden einen Anstieg in gleicher Höhe.“ Er sieht die Schuld bei der jahrzehntelangen CDU- und FDP-Ratsmehrheit, die auch die Verwaltung dominierte. (Dominik Brüggemann)

 

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