Maßnahmenpaket gegen Lehrermangel beschlossen

Der Ministerpräsident von Sachsen, Stanislaw Tillich (CDU). Foto: Kay Nietfeld/Archiv

„Dresden (dpa/sn) – Die schwarz-rote Koalition hat sich nach langem Streit auf ein Maßnahmenpaket gegen den Lehrermangel in Sachsen verständigt. Eine entsprechende Vorlage wurde in der Nacht zum Mittwoch vom Kabinett beschlossen, wie die Staatsregierung mitteilte. Zuvor hatte eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Landtagsfraktionen von CDU und SPD einen Kompromiss erarbeitet.

Demnach sollen unter anderem 700 Stellen zusätzlich geschaffen und neuen Lehrern künftig ein Zuschlag von bis zu 600 Euro monatlich auf das Einstiegsgehalt gewährt werden können. Auch ältere Lehrer können einen Zuschlag erhalten, wenn sie über das 63. Lebensjahr hinaus arbeiten. Die Zuschläge sollen flexibel gehandhabt und aus einem Topf bezahlt werden, der dem Kultusministerium unterstellt ist, wie die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Friedel, sagte.

Außerdem würden die Regelstundenzahl der Grundschullehrer um eine Stunde abgesenkt, Arbeitszeitkonten eingerichtet und eine dreimonatige Einstiegsvorbereitung für Seiteneinsteiger eingeführt. Oberstes Ziel sei es gewesen, möglichst schnell neue Lehrer für Sachsens Schulen zu gewinnen, sagte Friedel. Dies sei bislang vor allem an den verglichen mit anderen Bundesländern niedrigen Einstiegsgehältern schwierig gewesen. «Alle tarifrechtlichen Fragen waren ein Problem, weil sich der Freistaat hier in der Vergangenheit eingemauert hat.»

Weitere Einzelheiten zu dem Maßnahmenpaket wollten Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU), der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Mittag in Dresden vorstellen.

Das Paket war lange umstritten. Eigentlich wollte das Kabinett es schon vor eineinhalb Wochen beschließen. Das von Kurth und Finanzminister Georg Unland (CDU) vorbereitete Papier war jedoch bei der SPD auf Widerstand gestoßen. Gespräche der Regierung mit den Gewerkschaften waren bereits Ende September gescheitert.“

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