Die Pillnitzer Kamelie erhält ihren legendären Winterschutz

Das Kamelienhaus in Pillnitz von innen. Foto: Wolfgang Friebel

Damit die Pillnitzer Kamelie weiterhin als die älteste und größte Kamelie nördlich der Alpen gedeihen
kann, wurde am Montag, dem 24. Oktober, das Glashaus über die Pflanze geschoben. Die Kamelie wird nun wieder von ihrem fahrbaren Glashaus vor Frost geschützt.

Wer das kleine Spektakel der Kamelienhausfahrt selbst erleben wollte, konnte um 10:00 Uhr vor Ort
erscheinen. Dann öffneten sich die Flügeltore und das Haus setzte sich langsam in Bewegung bis es die
Kamelie vollständig umschloss und sich die großen Glastore wieder schließen konnten. Für alle, die sich ein Stück Pillnitzer Kamelie mit nach Hause nehmen möchten, sind dreijährige Ableger zum Preis von 12,00 € im Besucherzentrum „Alte Wache“ ab sofort erhältlich.

Die Kamelie wurde 1801 als bereits 30-jährige Pflanze von Hofgärtner Carl Adolph Terscheck im
Schlosspark ausgepflanzt. Über 200 Jahre später misst sie heute mehr als elf Meter Breite, neun Meter
Höhe und 35 Meter Kronenumfang. Sie wird in den Wintermonaten von einem Schutzhaus aus Glas und
Stahl geschützt. Auf fest verlegten Schienen gelagert, wird es im Oktober jeden Jahres über die Kamelie
geschoben. Zwei große Flügeltüren ermöglichen, dass die Pflanze unbeschädigt Zuflucht finden und von
der Kälte abgeschottet bei 4 bis 6°C überwintern kann. Der Klimacomputer des 54 Tonnen schweren und
über 13 Meter hohen Gewächshauses übernimmt vollautomatisch die Steuerung von Temperatur,
Belüftung, Luftfeuchte und Beschattung. In der Blütezeit von Mitte Februar bis Mitte Mai schmücken
tausende Blüten die Kamelie. Ihre ungefüllten Blüten sind glockenförmig, duften nicht und leuchten
karminrot.

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