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Kurzweilige „Blechtrommel“ am Staatsschauspiel Dresden vorverlegt

Claudius von Stolzmann spielt Claudius von Stolzmann spielt "Die Blechtrommel" am Kleinen Haus Dresden. Foto: Laura Locher

Wer hat nicht schon den Titel gehört: Die Blechtrommel. Oder den Namen des Autors: Günter Grass. Doch wer hat das Buch gelesen? Es geht auch schneller. Kurzweilige 75 Minuten lang fasst Schauspieler Claudius von Stolzmann alles in einer szenischen Lesung zusammen. Heute und letztmalig am 16. Juni (vorverlegt vom 18. Juni) zu erleben am Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Oskar Matzerath erblickt 1924 das Licht der Welt und „verliert die Lust, bevor dieses Leben überhaupt anfängt“. Nur die ihm von seiner Mutter versprochene Blechtrommel hindert ihn, seinem Wunsch, in die „embryonale Kopflage“ zurückzukehren, stärker Ausdruck zu verleihen. An seinem dritten Geburtstag beschließt Oskar, nicht mehr zu wachsen, bekommt das ihm versicherte Instrument und trommelt seitdem an gegen diese Welt des Scheins, der Lügen und der Verbrechen.

Er ist Beobachter und zugleich Beteiligter einer Zeit, in der einfache Antworten auf komplexe Fragen der Welt immer populärer werden, in faschistische Propaganda übergehen, die Schwelle zur Gewalt zunehmend niedriger wird und schließlich in einem der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, dem Holocaust, mündet. „Die Blechtrommel“ von Günter Grass wurde 1959 publiziert und gilt als einer der wichtigsten Romane deutscher Nachkriegsliteratur. Am Staatsschauspiel Dresden wird eine Romanadaption vorgestellt, in der die Geschichte ausschließlich aus dem Blickwinkel des Protagonisten Oskar Matzerath erzählt wird.

Lesung ist untertrieben. Der Alleindarsteller unterhält sein Publikum mit auswendigem Vortrag und raumgreifender Gestik mit einem Drehstuhl. Das macht Spaß, erklärt vieles und schnell ist der Abend um und der Applaus verdient. Selbst pubertierende Deutschkurs-Gymnasiasten klatschen begeistert.

9.6. und letztmalig 16.6., Karten-Tel. 0351 4913555, www.staatsschauspiel-dresden.de

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