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Ostrale 2017: „Wir reformieren uns“

Christian Manss Foto: Wolf Christian Manss Foto: Wolf

Am Anfang war das Wort. Dann kam die Musik, später der Film und zum Schluss das Bild. Soweit die künstlerische Reihenfolge des Projekts „Ruhepuls“ von Christian Manss und sechs weiteren Künstlern. Es hatte zur Ausstellungseröffnung der OSTRALE am Freitag Premiere und ist nun noch bis zum 1. Oktober in den einstigen Futterställen im Ostragehege in Dresden zu sehen.

Zahlreiche Unterstützer

Bereits zum 11. Mal wird „Die „Internationale Ausstellung Zeitgenössischer Künste OSTRALE“ in diesem Jahr veranstaltet. Im vergangenen Jahr sah es schon nach einem unfreiwilligen Ende der Schau aus. Sozusagen im letzten Moment konnte sie mit Unterstützung der regionalen Wirtschaft, privater Spender und der öffentlichen Hand gerettet werden. 82.000 Euro kamen aus dem städtischen Haushalt. „Das macht 15 Prozent des gesamten Budgets aus“, erklärt Bernd Kugelberg, Sprecher der „OSTRALE.freunde“.

30 Prozent steuerten private Sponsoren bei. Von nun an wird die OSTRALE zur Biennale, also jedes zweite Jahr organisiert, das nächste Mal 2019.
Die aktuelle Schau steht unter dem Motto „re_form“. Sie führe die Tradition der kritisch-konstruktiven Sicht auf gesellschaftliche Entwicklungen fort, sagt die künstlerische Leiterin Andrea Hilger und vereine die Arbeiten namhafter Vertreter sämtlicher künstlerischer Kategorien mit denen noch unbekannter Künstler. „Wir reformieren uns permanent“, spricht Andrea Hilger noch einmal das Motto an und verweist auf die riesige Zeitspanne, welche von der ausgestellten Kunst thematisiert wird. „500 Jahre vor 2017. Und 500 Jahre danach.“ Wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von 164 Künstlern und Künstlergruppen auf Fotos, Gemälden, Zeichnungen, in Skulpturen und Video-Installationen festgehalten worden sind, ist nun in den einstigen Futterställen und auf den Heuböden im Ostragehege zu sehen. Da liegt etwa eine entblößte Europa und fragt nach dem Halbmond, steht ein Berg kleiner Plastikfiguren des „Mauerspringers“ für die Suche nach der Freiheit und Gummihandschuhe werden mittels Luft bewegungsfähig. Um Christian Manss Projekt „Ruhepuls“ zu erleben, begibt sich der Betrachter in ein Hexagon, eine Art riesige Litfasssäule mit Ecken. Der in Dresden lebende Künstler, der auch mit einer Band unterwegs ist, hatte einem in Prag lebenden Briten ohne Deutschkenntnisse fünf seiner Songtexte gegeben – und um Melodien gebeten. „Es ging ums Akzeptieren“, sagt Christian Manns, „um das Loslassen von Erwartungen“, auch dann, als er Texte plus Musik weitergab an fünf Videokünstler, die Filme beisteuerten. Zum Schluss malte er fünf Bilder. Sie hängen jetzt, mit Texten, Videos und über Kopfhörer ausgesendeter Musik im Hexagon im Atelier Eisengraf“. (Thessa Wolf)

11. Ostrale, bis 1. Oktober, Ostragehege Dresden,
Eintritt: 10/15 Euro, www.ostrale.de

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