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Landesregierung ruft zur Schutzimpfung gegen Grippe auf

Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

Dresden. Fünf Monate nach einer der schwersten Grippewellen im Freistaat seit Jahren sind Sachsens Bürger zur Schutzimpfung aufgerufen. „Eine Erkrankung mit Influenza kann Jeden treffen und ist mit einer alltäglichen Erkältung überhaupt nicht zu vergleichen“, sagt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). Deshalb mahnt sie, rechtzeitig vorzusorgen. Gesundheitsämter und Praxen sind mit dem entsprechenden Serum ausgestattet, die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) berichtet ab dieser Woche wieder über den aktuellen Stand der Erkrankungsfälle.

Vor allem Ärzte, Schwestern und Pfleger in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Erzieher in Kitas und Schulen sowie Lehrer, aber auch über 60-Jährige, chronisch Kranke und Schwangere sollten sich jetzt impfen lassen. Dietmar Beier von der LUA und Mitglied der Sächsischen Impfkommission wagt keine Prognose. „Aber nach einer so starken Saison wird es erfahrungsgemäß nicht ganz so heftig.“ Trotzdem sollte sich jeder schützen, Oktober und November seien dafür optimal.

Die Impfquoten für Influenza aber sind nach Ministeriumsangaben „besorgniserregend niedrig, auch beim medizinischen und pädagogischen Personal“. Dabei tragen gerade diese Beschäftigten Verantwortung, nicht nur für sich, sondern auch für Patienten, Heimbewohner, Kinder und Schüler. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen. „Nehmen Sie sie wahr und lassen Sie sich impfen!“, appelliert Klepsch.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin ist nur gut ein Drittel der Senioren in Deutschland geschützt. Dabei kann die Immunisierung viele Erkrankungen und vor allem schwere Verläufe verhindern, mahnt Beier, auch mit Verweis auf die heftige Epidemie der Saison 2016/2017. Sie hatte vor allem ältere Menschen erfasst: Fast die Hälfte der fast 16 700 gemeldeten Influenza-Fälle betraf Erwachsene über 44 Jahren – nur zu einem Drittel Kinder und Jugendliche, die sonst dominieren.Auch die Zahl der Grippetoten lag mit 83 um viermal höher als in der Vergangenheit. Die 48 Frauen und 35 Männer waren 33 bis 100 Jahre alt, das Durchschnittsalter betrug 86 Jahre. 2015/2016 waren knapp 11 000 Influenza-Fälle und 15 Tote registriert worden und 2014/2015 fast 12 600 Erkrankungen. Im Winter davor hatte es mit 375 nur einen Bruchteil der üblichen Menge an Infektionen gegeben. (dpa) (dawo)

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