WID macht Vermietern Konkurrenz

Der ursprünglich geplante Neubau der WiD an der Florian-Geyer-Straße 13. // Visualisierung: WiD

Bislang sind die städtischen Wohnungen nur Geringverdienern vorbehalten.

Wer in eine Wohnung der Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Dresden (WID) ziehen will, braucht einen Schein: einen Nachweis darüber, dass er so wenig Geld verdient, dass er Anspruch auf eine staatlich geförderte, günstige Wohnung hat. So läuft das bisher.

Ein Teil der WID-Wohnungen, die derzeit entstehen, sollen bald aber zur ortsüblichen Miete angeboten werden. Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) schlägt dem Stadtrat jedenfalls vor, bei allen WID-Neubauten mit mehr als 50 Wohnungen auch Wohnungen ohne Mietpreisbindung anzubieten. Er spricht von einem Anteil zwischen 20 und 30 Prozent. Diese Wohnungen soll die WID selbst oder über Bankdarlehen finanzieren. Lames begründet den Vorschlag damit, dass in größeren WID-Häusern eine Mischung unterschiedlicher Einkommensgruppen angestrebt werden sollte.

„Viele andere Städte machen seit Jahren positive Erfahrungen mit der Mischung geförderter und frei finanzierter Wohnungen bei größeren Bauvorhaben.“ Damit trete die Landeshauptstadt bewusst und gewollt in Konkurrenz zu privaten Vermietern. Zwar habe die WID den Zweck, vorrangig besondere Gruppen wie Einkommensschwache mit Wohnungen zu versorgen. Die Verantwortung beziehe sich auch auf die Vermeidung von Segregation und negativen Nachbarschaftseffekten.

So sei bereits bei einer Bank angefragt worden, ob es ein Darlehen für das NeubauProjekt Florian-Geyer-Straße 13 in der Johannstadt geben würde. Der Streit um das dortige Hochhaus gibt wohl den Anstoß für die Neuausrichtung der WID. Die Gesellschaft wollte dort längst bauen. Doch die Planungen wurden 2018 vom Stadtrat gestoppt. Einerseits geriet die Gebäudehöhe in die Kritik, andererseits reagierten die Stadträte auf Befürchtungen der Anwohner, es könnte ein sozialer Brennpunkt entstehen. Sie forderten eine ausgewogene Mischung verschiedener sozialer Gruppen.

DAWO

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