Mehr als 700 Baumfällungen im Waldpark Blasewitz

Symbolfoto: Pixabay

Wassermangel und Schädlingsbefall machen Kiefern zu schaffen.

In Dresdens größter städtischer Parkanlage, dem Waldpark Blasewitz, mussten seit Beginn des Jahres 2020 fast 750 Kiefern gefällt werden. Hitze und Trockenheit der vergangenen beiden Jahre sowie ansteigender Schädlingsbefall führten zum Absterben zahlreicher Bäume. Insbesondere Kiefernprachtkäfer und Kiefernborkenkäfer breiteten sich in dieser Dürreperiode stark aus.

Weniger Wasser führt bei den Bäumen zu verminderter Bildung von Harz, mit dem sie sich normalerweise gegen die Ausbreitung der Käfer wehren können. Zusätzlich verstärkte sich der Wassermangel bei den Kiefern durch starken Mistelbefall. Einzelne abgestorbene oder von Schädlingen befallene Bäume gab es bereits zuvor. Doch 2019 waren die Auswirkungen besonders drastisch, so dass besonders viele Fällungen notwendig wurden. Noch bevor die Käfer im Frühjahr 2020 ausfliegen, mussten die abgestorbenen und von Schädlingen befallenen Kiefern gefällt und abtransportiert werden. Die Experten des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschafft hoffen, so die weitere Ausbreitung der Schädlinge vermindern und weitere Fällungen vermeiden zu können.

Auch andere Baumarten, wie Stiel- und Roteichen sowie Rotbuchen, leiden unter der zunehmenden
Erwärmung. Deswegen sind auch an Laubbäumen im Waldpark Baumsicherungsarbeiten vorgesehen.
Diese werden artenschutzfachlich begleitet. Geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder beauftragte Gutachter prüfen dabei den Zustand der Bäume, ihre voraussichtliche weitere Lebenserwartung und prüfen, ob sie von Tieren bewohnt werden, bevor ggf. Äste entnommen werden.

Der Waldpark Blasewitz ist nicht nur ein bedeutender Erholungsort für die Dresdnerinnen und Dresdner und Bestandteil des ökologischen Netzes der Landeshauptstadt. Er gilt auch als Zeugnis der Waldparkkultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz. Deshalb finden in den kommenden Monaten auch Beratungen mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz statt, wie der Wald wieder entstehen kann. Möglich wäre eine Wiederaufforstung im Jahr 2021 oder die Förderung der Naturverjüngung durch Selbstaussaat. Bis dahin beobachtet das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, wie sich der Schädlingsbefall der Bäume entwickelt.

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