In Dresden ist die Kunst zu Hause

Blick in den Skulpturengang (Foto: © SKD/O. Killig)

Die Gemäldegalerie im Zwinger hat nach dem Umbau eröffnet.

Nach sieben Jahren umfangreicher Sanierung präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Semperbau des Zwingers nun erstmals Werke der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800 im direkten Dialog. Rund um Raffaels „Sixtinische Madonna“ unternimmt das Publikum eine einzigartige Reise durch die europäische Kunstgeschichte.
Die Konzeption der vollständig überarbeiteten Dauerausstellung folgt einer Unterteilung nach geografischen Schulen und Epochen und nimmt einzelne Hauptthemen der jeweiligen Zeit in den Blick. Meisterwerke wie Giorgiones „Schlummernde Venus“, Rembrandts „Ganymed“ oder Bellottos Dresdner Veduten sind als Schlüsselwerke eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Die bedeutende Dresdner Antikensammlung wurde nach zehn Jahren im Schaudepot des Albertinums nun imposant und wegweisend integriert. Sie hat ihr neues Zuhause in der großen Halle im Erdgeschoss des Ostflügels gefunden. Plastiken und Skulpturen aus Renaissance und Barock sind im mit Tageslicht gefluteten Skulpturengang im ersten Obergeschoss neu installiert. Kleinbronzen, Büsten und Marmorwerke sind zu ausgewählten Gemälden in Beziehung gesetzt. Im Deutschen Pavillon im Erdgeschoss ist eine Auswahl an Mengs’schen Abgüssen zu sehen. Im Stockwerk darüber verbinden sich Kunstgenuss und Gaumenfreude im neu erschaffenen Café Algarotti, das zum Verweilen einlädt.
Eine neue Dreifach-Fensterverglasung mit hohem Farbwiedergabeindex ermöglicht jetzt natürliches Licht in den Räumen. Das vollkommen neue Lichtkonzept mit detailgenauer Akzentbeleuchtung und die farbigen Wandbespannungen lassen die Werke erstrahlen.

Restauriert und überarbeitet

45 Gemälde wurden grundlegend restauriert, weitere 162 Gemälde in kleinerem Umfang. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf der Konservierung von Gemälden auf Holz. Tafelbilder aus der Werkstatt von Cima da Conegliano, Lucas Cranach d. Ä. oder Giulio Romano wurden erforscht und umfassend bearbeitet. Mehrere Gemälde aus dem Depot sind nun ausstellungsfähig. Rund 310 Rahmenfassungen wurden restauriert und 33 fachgerechte Kopien angefertigt. Dazu kamen 140 Rahmenumbauten.
Für die Neupräsentation der Antikensammlung wurde jedes einzelne Objekt gereinigt, zahlreiche restauriert und mit neuen Sockeln versehen.
Das Winckelmann-Forum bietet eine große Wechselausstellungsfläche, die das gesamte Erdgeschoss des Westflügels umfasst. Ab 3. April wird diese mit der Sonderausstellung „Raffael – Die Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“ eröffnet.

Begegnung mit einem Gott

Das Semper-Kabinett im ersten Obergeschoss bietet Gelegenheit, kleine und fokussierte Präsentationen zu sehen. Dort ist die Schau „Begegnung mit einem Gott. Der Dresdner Mars von Giambologna“ zu erleben, die der 2018 geglückten Rückgewinnung der berühmten Kleinbronze gewidmet ist.
Der Semperbau hat flächendeckend WLAN, worüber der neu konzipierte Multimediaguide aufgerufen werden kann. In Kooperation mit der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden sind zudem kostenlose barrierefreie Multimediaguides entstanden.


täglich außer Mo. von 10 bis 18 Uhr, Eintrittskarten zu 14 Euro, ermäßigt 10,50 Euro, unter 17 Jahre frei, sind gültig für Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800, Mathematisch-Physikalischen Salon und Porzellansammlung sowie aktuelle Sonderausstellungen.

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