Was hat die Orgel im Kulturpalast mit den beiden Elbschlössern zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Trotzdem steht die Orgel für das, was für Schloss Albrechtsberg und das Lingnerschloss erhofft wird: Bürgerliches Engagement, das zu Geld führt, das wiederum Vorhaben ermöglicht, die sonst nicht bezahlbar wären. Es gäbe nämlich keine Orgel im Kulturpalast, wenn der Förderverein der Dresdner Philharmonie nicht alle Register gezogen und sehr viel Geld gesammelt hätte, damit im Zuge des Umbaus des Konzerthauses auch wieder eine neue Orgel eingebaut werden konnte.
Genau das ist auch die Aufgabe des neugegründeten Fördervereins Dresdner Elbschlösser: Gelder einwerben bei Bürgern, Firmen und Sponsoren, das in dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen an den beiden städtischen Elbschlössern fließen soll. Allein am Schloss Albrechtsberg beziffert sich der Sanierungsstau auf mindestens zehn Millionen Euro. Denn Dach, Fassade, Fenster und vor allem die Haustechnik bedürfen einer dringenden Erneuerung. Doch auch Tapeten, Fußböden oder Gemälde müssten in nicht mehr allzu langer Zukunft denkmalpflegerisch aufgearbeitet werden. „Wir haben da einiges vor der Brust in den nächsten Jahren und die finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt bleiben eng in den nächsten Jahren“, sagt Baubürgermeister Stephan Kühn.
Gründungsmitglieder und Vorstand
Lars Knüpfer, Geschäftsführer der Dresden Information, ist Vorstandsvorsitzender des neuen Fördervereins, Rechtsanwalt Uwe Schmidt dessen Schatzmeister. Zum Vorstand gehören außerdem Baubürgermeister Stephan Kühn, Kulturveranstalter Mirco Meinel (First Class Concept), Christiane Filius-Jehne (Stadträtin a.D.), Carsten Dietmann (ehem. Geschäftsführer DDV-Mediengruppe und Mitgesellschafter der Lingerterrassen) sowie Winzer Lutz Müller. Unter den Gründungsmitgliedern befinden sich außerdem Eva-Maria Stange (Staatsministerin a.D.), Christian Piwarz (Landtagsabgeordneter), Adrian Glöckner (Glöckner Automobile GmbH), Jens Zander (Architekt) und Axel Walther (Geschäftsführer STESAD GmbH). Ihnen allen geht es nicht nur darum, dass die beiden Schlösser in städtischer Hand und in städtischer Betreiberschaft bleiben. Sie sollen auch „konsequent zusammen gedacht werden, um wegweisende kulturelle und touristische Visionen umzusetzen“, wie es Christiane Filius-Jehne formuliert.

Was den neuen Verein vom Förderverein Lingnerschloss unterscheidet
Im Gegensatz zu Schloss Albrechtsberg ist das benachbarte Lingnerschloss in seiner Bausubstanz zu etwa 90 Prozent saniert. Zu verdanken ist das dem Förderverein Lingnerschloss, der das berühmte Anwesen seit 2003 in Erbpacht von der Stadt für kleines Geld gemietet und sich der Sanierung verpflichtet hat. Um die 17,5 Millionen Euro konnte der rührige Verein im Laufe der Jahre in der Dresdner Stadtgesellschaft einwerben. Doch als Spenden ausblieben, die Kosten für das Schloss aber weiterliefen, musste der Verein 2023 Insolvenz anmelden. Die Crux: Der Förderverein sammelte nicht nur Spenden, sondern war auch als Betreiber und Bauherr für das gesamte wirtschaftliche Geschehen verantwortlich. Jetzt streitet sich der Insolvenzverwalter mit der Stadt vor Gericht um das Erbbaurecht, das dem Verein damals zugesprochen wurde. „Bauen und verwalten sollte aber nicht Aufgabe eines ehrenamtlichen Vereins sein“, sagt Carsten Dietmann, der nicht nur dem neuen, sondern auch dem Förderverein Lingnerschloss angehört – wie auch Christiane Filius-Jehne und Baubürgermeister Stephan Kühn. Durch die Insolvenz könne der Lingnerschloss-Förderverein nun jedenfalls keine Gelder mehr einwerben, das würde der neue Verein übernehmen. Auch in die Spendenkampagne der Stadt für das Römische Bad bringt sich der Förderverein Elbschlösser ein, indem er diese Spendenoffensive jetzt übernehmen will. „Die Bürger spenden lieber an einen Verein als an die Stadt“, weiß auch Baubürgermeister Kühn.
Förderverein Elbschlösser, www.dresdner-elbschloesser.de (im Aufbau), Jahresmitgliedschaft 150 € für Privatpersonen, ab 500 € für Firmen